Gründung

In den 1990er Jahren trafen sich mehrere Frauen mit Behinderungen zu einem Gesprächskreis an der Volkshochschule München. Sie tauschten sich aus über ihre Lebenssituationen und ihre persönlichen Erfahrungen zum Thema „Frau sein mit Behinderung in Bayern“. Dabei wurde schnell klar: Viele der Probleme, mit denen sie im Alltag immer wieder konfrontiert wurden, waren struktureller Natur. Um sie zu lösen war also öffentlichkeitswirksame und politische Arbeit gefragt.

Die Frauen fassten daher den Entschluss, ein Netzwerk zu gründen, das sich für alle Mädchen und Frauen mit Behinderungen im Freistaat stark macht und ihnen eine gemeinsame Stimme verleiht. Ganz nach dem altbewährten Motto: „Gemeinsam sind wir stark!“

Im Jahre 1999 wurde somit das „Netzwerk von und für Frauen mit Behinderungen in Bayern“, kurz „die Netzwerkfrauen“ gegründet. Gründungsfrauen und somit die „geistigen Mütter des Netzwerks“ waren Rosi Probst, Inge Plangger, Ina Stein, Monika Bach, Michaela Csatary, Lieve Leirs, Claudia Maria Martin, Ruth Müller, Ursula Ohlig, Tanja Miedl und Dinah Christine Radtke. Ihnen allen gemeinsam ist das Wissen von Expertinnen in eigener Sache, das sie mit in das Netzwerk einfließen ließen. Zum  Beispiel ihre Erfahrungen als Mutter, Tochter, Ehefrau, Freundin, Lernende, Lehrende, Arbeitssuchende, Arbeitnehmerin, Arbeitgeberin, Ratsuchende, Ratgebende, Frau mit Auslandserfahrung, Frau mit lokalen Kenntnissen, ….

Ohne ihren visionären Tatendrang und unermüdlichen Einsatz wäre vieles von dem, was sich bis heute zum Positiven verändert hat, wohl noch immer frommes Wunschdenken.

Ganz bewusst war die Entscheidung: Die Netzwerkfrauen sollten kein Verein sein.Denn es sollte keine Mitgliedschaft oder gar Gebühren geben. Jedes Mädchen und jede Frau mit Behinderung und alle an den Themen des Netzwerks Interessierten sollen mitmachen können – schnell, spontan und unkompliziert.

So wurde aus den Netzwerkfrauen also ein „offener Zusammenschluss“.

Damit das Netzwerk dennoch handlungsfähig sein kann – also beispielsweise Fördergelder für Projekte beantragen kann – bot sich der Schulterschluss mit der LAG SELBSTHILFE BAYERN e. V an, die als Trägerverein die nötigen Strukturen zur Verfügung stellt.

Finanzieller Träger der Netzwerkfrauen ist das Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Das Ministerium stellt somit die materiellen Ressourcen für die Arbeit des Netzwerkfrauenbüros zur Verfügung, wie die Büromöbel, Büromaterialen, Gehälter und dergleichen mehr.

Das Netzwerkfrauenbüro nahm im Jahr 2000 seine Arbeit als Koordinierungsstelle der Netzwerkfrauen auf. Ute Strittmatter übernahm die Leitung des Netzwerkbüros und führte diese bis zu ihrem Tode im Dezember 2016 aus.
Seit März 2017 hat Dunja Robin die Leitung der Geschäftsstelle übernommen.

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