Projekte

Frauen-Beauftragte in Einrichtungen der Behinderten-Hilfe in Bayern

Frauen-Beauftragte sind Ansprech-Personen nur für Frauen.
Frauen-Beauftragte sind wichtig!

Die NetzwerkFrauen Bayern
haben ein Projekt.

Das Projekt heißt:
Frauen-Beauftragte in Einrichtungen
der Behinderten-Hilfe in Bayern.

FrauenBeauftragte sind AnsprechPersonen
nur für Frauen.
Sie wissen:
Das sind die Rechte
von Frauen in Einrichtungen.
Sie achten darauf:
Frauen dürfen nicht schlechter
behandelt werden als Männer.

Das sind die Aufgaben
von FrauenBeauftragten:
Sie hören den Frauen zu.
Sie machen den Frauen Mut.
Sie machen Angebote für Frauen.

Jede FrauenBeauftragte hat
eine VertrauensPerson.
Sie hilft der FrauenBeauftragten,
wenn sie mal nicht weiter weiß.

Wichtig!
FrauenBeauftragte brauchen
eine gute Schulung.
Nur so können FrauenBeauftragte
gute Arbeit machen.

Tipp!
In der neuen WMVO steht:
FrauenBeauftragte und Stellvertreterin
haben das Recht auf Schulungen.

Möchten Sie mehr über
FrauenBeauftragte wissen?

Es gibt eine InternetSeite
über FrauenBeauftragte.
Die Adresse heißt:
www.frauen-beauftragte-bayern.de

 

Buchprojekt "Weibsbilder von Nebenan. Diagnose: 100% Frau", geschrieben von Sonja Berthold

Mädchen und Frauen mit Behinderungen sind schwache, traurige, hilfsbedürftige Wesen?
Von wegen!
Um mit derlei unsinnigen Vorurteilen aufzuräumen ist unter Federführung der Netzwerkfrauen und geschrieben von Sonja Berthold ein Bildband entstanden:
Die Lebensgeschichten von 12 Mädchen und Frauen er zeigen eindrücklich, dass Frauen und Mädchen mit Behinderung durchaus in allen Lebensbereichen wie Partnerschaft, Sexualität, Mutterschaft, Kultur, Schule, Ausbildung und Beruf eine aktive Rolle spielen.
Dass sie ihren Träumen folgend ihren Weg finden, voller Kraft und Leidenschaft!

Gynäkologische Ambulanz für Frau mit Behinderung

Warum eine Spezialambulanz?

Schon kurz nach Eröffnung des Netzwerkbüros startete Ute Strittmatter eine Umfrageaktion, in wieweit die gynäkologische Versorgung von Frauen und Mädchen mit Behinderung in Bayern sichergestellt ist.
Die Auswertung der Fragebögen zeigte schnell gravierende Versorgungslücken auf:
Viele Frauen und Mädchen hatten in den Fragebögen angaben, dass sie gynäkologisch unterversorgt seien. Es gibt und gab wenig niedergelassene Ärzte, die barrierefrei sind.
Im Netzwerkbüro gründete sich ein Arbeitskreis von betroffenen Frauen, die sich dafür einsetzten, diese Versorgnungslücken zu schließen.
Es sollte eine barrierefreie gynäkologische Ambulanz in Bayern geben.
Die ersten Arbeitskreissitzungen fanden bereits im Jahr 2002 statt.
Bis zur Eröffnung der ersten Spezialambulanz 2007 war es ein langer, steiniger Weg.
Die Mitglieder des AKs, darunter Ute Strittmatter sowie die Gründungsfrauen Uschi Ohlig, Tanja Miedl, und Ruth Müller, trafen sich alle vier bis sechs Wochen, um das Vorhaben umzusetzen.
Ein wichtiger Schritt war es, herauszuarbeiten, was genau Frauen mit Behinderungen benötigen, damit sie frauenärztlich gut versorgt werden können.
Barrierfrei zugängliche und auch für das Rangieren mit dem Elektrorollstuhl ausreichend große Räume, einen Hebelifter, einen höhenverstellbaren gynäkologischen Behandlungsstuhl und natürlich rollstuhlgerechte Toiletten sind dabei nur der offensichtliche Anfang.
Erste Hürden für die Patientinnen stellt oft schon die Anreise dar:
Kann sie allein und selbstständig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen? Werden Fahrtkosten problemlos übernommen?

Das Fachpersonal sollte natürlich über viel Wissen im Umgang mit den verschiedensten Behinderungsarten und Krankheitsbildern haben. Eine Frau mit spastischen Krämpfen etwa stellt das Personal vor ganz andere Herausforderung wie eine Frau mit starker Muskelschwäche. Diverse Medikamente können behinderungsbedingt zu unterschiedlichsten, teils sehr folgeschweren Nebenwirkungen führen.

Dann kommen noch Rahmenbedingungen wie die Behandlungszeiten hinzu:
Das übliche Zeitbüdget von weniger als 10 Minuten für die komplette Untersuchung reicht bei Frauen mit Behinderungen oft nicht einmal für das Auskleiden und den Transfer in den Untersuchungsstuhl.
Wie also können die Ärzte sich die nötige Zeit für ihre Patientinnen nehmen, gleichzeitig aber ihre eigenen Rechnung bezahlen?
Auch wenn die Ideallösung natürlich wäre, dass jede Frauenarzpraxis allen Frauen offen steht, war schnell klar:
Dies würde noch für viele Jahre ein reine Utopie bleiben.

Daher wurde angestrebt, eine gynäkologische Spezialambulanz nach dem Modell einer gynäkologischen Ambulanz in Frankfurt a.M. aufzubauen und zu etablieren.

Um Lösungen für die vielen Problemstellungen zu finden, musste also der Dialog mit vielen unterschiedlichen Experten geführt werden. Außerdem brauchte es eine Ärztin, die für die Idee Feuer und Flamme war.
Im städtischen Klinikum München-Neuperlach war die damalige Leitung Frau Prof. Dr. Gerlinde Debus.
Frau Dr. Debus war schnell für die Idee zu begeistern, eine gynäkologische Ambulanz nach dem Frankfurter Modell aufzubauen. Gemeinsam mit den AK-Mitgliedern fuhr Frau Dr. Debus nach Frankfurt, um sich die Klinik anzuschauen.

2004 war gab es dann eine von den Netzwerkfrauen organisierte Auftaktveranstaltung in München. Diese sollte sowohl Frauen und Mädchen mit Behinderung als auch weitere Akteure vom Bedarf nach eine Spezialambulanz überzeugen.
Auch die damalige Sozialministerin Christa Stevens wurde mit ins Boot geholt, sodass 2006 die Anschubfinanzierung der gynäkologischen Ambulanz ins Rollen gebracht wurde und die kassenärztliche Vereinigung ihre Zustimmung gab.
Während dieser Zeit gab Frau Dr. Debus bekannt, dass sie vom Klinikum Neuperlach ins Klinikum Dachau wechselt. Auch für die Klinikleitung in Dachau war die Etablierung im dortigen Isar-Amper-Klinikum kein großes Problem. Der Klinikleiter stand der Sache sehr offen gegenüber.

So konnte am 14.11.2007 die gynäkologische Ambulanz feierlich eröffnet werden. Die gynäkologische Ambulanz wird von Frauen und Mädchen mit Behinderungen sehr genutzt sodass man bis zu drei Monate auf einen Termin warten muss.
Jetzt steht Frau Dr. Debus kurz vor ihrer wohlverdienten Rente. Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit und das sehr hohe Engagement!

Ein Nachfolger für Frau Dr. Debus wird sicherstellen, dass die Spezialambulanz auch in Zukunft fortgeführt werden kann.
Dachau kann nur der Anfang sein!

Bei einer einzigen Spezialambulanz für den gesamten Flächenstaat Bayern kann natürlich nicht annähernd von „flächendeckender Versorgung“ die Rede sein.
Dachau sollte nicht die einzige gynäkologische Ambulanz bleiben:
2009 konnte, dank der Bemühungen der Netzwerkfrauen und des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. eine weitere gynäkologische Ambulanz in Erlangen eröffnet werden.
Derzeit ist die Stadt München darum bemühit, eine Spezialambulanz in München aufzubauen.
Hier laufen erste Überlegungen und Gespräche. Wir Netzwerkfrauen sind auch hier mit involviert.

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