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Tätigkeitsbericht des
Netzwerks von und für Frauen und Mädchen mit Behinderung in Bayern
Im Zeitraum vom 01.01.2025 bis 31.12.2025
Frauen. Inklusiv Leben. Verwirklichen.
Vorwort
Auch im Jahr 2025 war bei den Netzwerkfrauen Bayern viel in Bewegung. Es war ein Jahr, das gleichermaßen von wichtigen Meilensteinen, neuen Entwicklungen – aber auch von spürbaren Herausforderungen geprägt war.
Ein bedeutender Schritt war der Umzug in die neuen Büroräume in der Hansastraße 40 in München, den wir gemeinsam mit unserem Trägerverein, der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Bayern e. V. (LAGS), im Februar 2025 realisieren konnten. Die neuen Räumlichkeiten bieten verbesserte Arbeits- und Austauschmöglichkeiten und wurden am 27. Juni im Rahmen einer gemeinsamen Einweihungsfeier feierlich eröffnet.
Ein weiterer zentraler Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung unserer Strukturen. Mit dem Pilotprojekt „Bezirksteam Oberbayern“ wurde der Ausbau des Ehrenamts weiter vorangetrieben – auch wenn sich dabei, wie erwartet, die begrenzten personellen Ressourcen im Haupt- wie im Ehrenamt deutlich bemerkbar machten. Parallel dazu beschäftigten wir uns intensiv mit der strategischen Zukunftsentwicklung des Netzwerks insgesamt.
Zugleich konnten zahlreiche Projekte und Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden:
So wurde etwa unsere Fotoausstellung „Lebens(t)räume“, die 2024 im Rahmen der Münchner Kampagne #SieInspiriertMich entstanden war, an verschiedenen Orten in München gezeigt und wird derzeit digitalisiert.
Auch der von der Landeshauptstadt München finanzierte Offene Treff für Münchnerinnen mit Behinderungen wurde weiterentwickelt und um ein neues Angebot für Mädchen ab 16 Jahren erweitert.
Darüber hinaus konnten wir unsere fachliche Expertise in verschiedenen Kontexten einbringen, etwa bei der Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg zur gynäkologischen Versorgung von Frauen mit Behinderungen sowie bei Vorträgen im Rahmen der Landesfrauenkonferenz des VdK Bayern und im Bayerischen Landesgesundheitsrat.
Trotz dieser positiven Entwicklungen war das Jahr 2025 auch von zunehmenden Herausforderungen geprägt:
Die angespannte politische und wirtschaftliche Lage – von kommunalen Finanzierungsproblemen bis hin zu internationalen Krisen – sowie sich verschiebende gesellschaftliche Wertvorstellungen führen zu wachsenden Verunsicherungen. Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind hiervon in besonderem Maße betroffen – sowohl auf struktureller als auch auf individueller Ebene – und berichten uns davon regelmäßig.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Vernetzung auf Landes- und Bundesebene weiter an Bedeutung. Der regelmäßige Austausch mit unseren Kooperationspartnerinnen – darunter Weibernetz e. V., die Landesnetzwerke für Frauen mit Behinderungen, der Bundesverband der Frauenbeauftragten sowie die BAG Selbsthilfe – wurde daher auch 2025 intensiv fortgeführt und durch neue Formate ergänzt.
Der vorliegende Bericht gibt einen Einblick in diese Entwicklungen und zeigt, wie die Netzwerkfrauen Bayern auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen ihre Arbeit fortsetzen, weiterentwickeln und sich für die Belange von Frauen und Mädchen mit Behinderungen einsetzen.
1. Über die Netzwerkfrauen Bayern
Das Netzwerk von und für Frauen und Mädchen mit Behinderung in Bayern (kurz: Netzwerkfrauen Bayern) engagiert sich seit seiner Gründung im Jahr 2000 für Selbstbestimmung, Teilhabe und Empowerment.
Ziel ist es, Frauen und Mädchen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben im Freistaat Bayern zu ermöglichen. Dafür setzt sich das Netzwerk für die Schaffung entsprechender gesellschaftlicher und individueller Voraussetzungen ein.
Als offener Zusammenschluss arbeitet das Netzwerk mit Menschen, Organisationen und Gremien zusammen, die seine Ziele teilen und unterstützen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Bekämpfung von Mehrfachdiskriminierung. Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind häufig von mehrfachen Benachteiligungen betroffen – etwa aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Behinderung sowie weiterer Faktoren wie Herkunft, sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität.
Durch Projekte, politische Arbeit, Beratung und Empowerment schafft das Netzwerk Räume für Austausch, Begegnung und Weiterentwicklung. Es unterstützt Frauen und Mädchen dabei, ihre Identität zu stärken – als Individuen, als Teil einer Gemeinschaft und als politische Akteurinnen.
Die Netzwerkfrauen Bayern verstehen sich als offener Zusammenschluss ohne feste Mitgliedschaft. Als Indikator für unsere Entwicklung dient uns insbesondere unser Newsletter-Verteiler.
Über diesen sind aktuell 264 Personen erfasst, darunter Netzwerkfrauen, Interessierte, Unterstützerinnen und Kooperationspartnerinnen (Vorjahr: 211).
Die Geschäftsstelle des Netzwerks – das Netzwerkbüro – wird finanziert durch Mittel des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales (BStMAS).
Trägerin ist die Landesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihrer Angehörigen in Bayern e.V. (kurz: LAG Selbsthilfe Bayern e. V., oder LAGS).
Im Netzwerk organisieren sich Frauen und Mädchen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, um sich gegenseitig zu stärken und gemeinsam gegen Benachteiligungen und Diskriminierungen einzutreten und sich besser davor schützen zu können. Dies soll durch einen intensiven Kontakt innerhalb des Netzwerks in Bayern erreicht werden.
Durch das Pilotprojekt „Bezirksteam Oberbayern“ befindet sich die Struktur aktuell in Weiterentwicklung.
Genauer ausgeführt werden diese Änderungen im Kapitel über das Projekt.
Aktuell setzt sich das Netzwerk aus den drei folgenden Säulen zusammen:
Das Plenum
Das Plenum umfasst alle aktiven und an unserer Arbeit interessierten Frauen und Mädchen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen mit Wohnsitz in Bayern.
Diese Frauen, genannt „Netzwerkfrauen“, haben Mitbestimmungs- und Stimmrechte und gestalten so die Arbeit des Netzwerks aktiv mit.
Als Gäste können bei diesen Veranstaltungen auch an unserer Arbeit interessierte Menschen und Kooperationspartner teilnehmen.
Wichtigste Aufgaben des Plenums sind:
In der Regel finden zwei Plenumsveranstaltungen pro Jahr statt:
Zwischen den Plenumssitzungen erhalten die Netzwerkfrauen regelmäßige Informationen über Infobriefe, den Blog, sowie weitere digitale Formate.
Ehrenamtlich Aktive & Sprecherinnen
Die ehrenamtlich Aktiven tragen die Arbeit der Netzwerkfrauen Bayern in die Fläche und engagieren sich in vielfältigen Bereichen.
Zum Beispiel können sie:
Sie arbeiten dabei stets in enger Abstimmung mit dem Netzwerkbüro.
Eine besondere Rolle spielen dabei die vom Netzwerk benannten Sprecherinnen:
Sie vertreten das Netzwerk in lokalen Gremien, Ausschüssen und Arbeitsgruppen, bringen ihre Expertise ein und sichern die politische Präsenz des Netzwerks auch auf kommunaler Ebene.
Eine flächendeckende Vertretung im gesamten Freistaat befindet sich derzeit noch im Aufbau. Ein erster Schritt hierfür ist das später beschriebene Projekt „Bezirksteam Oberbayern“.
Ehrenamtlich aktive Netzwerkfrauen, insbesondere die Sprecherinnen, erstatten dem Plenum regelmäßig Bericht über ihre Tätigkeiten für das Netzwerk.
Das Netzwerkbüro
Das Netzwerkbüro ist die Geschäftsstelle der Netzwerkfrauen Bayern.
Das bedeutet, es
Als Bindeglied zwischen Ehrenamt, Plenum und Trägerstruktur trägt das Netzwerkbüro maßgeblich zur Umsetzung der Netzwerkziele bei.
Es ist zudem in politischen Gremien auf Landesebene aktiv und bringt die Stimmen, Perspektiven und Bedarfe von Frauen mit Behinderungen in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse ein und sichert die Vernetzung und den Austausch auf Bundesebene.
Die Fachstelle „Gewaltprävention“ vernetzt und berät alle, die an dem Thema Gewaltprävention arbeiten und ist zudem eine Erstanlaufstelle für Frauen und Mädchen, die Gewalt erlebt haben.
Stellenbesetzung und Aufgabenverteilung
Das Netzwerkbüro als Geschäftsstelle der Netzwerkfrauen Bayern ist aktuell mit drei Teilzeitkräften besetzt, die bei der LAG SELBSTHILFE Bayern e. V. angestellt sind.
Die Leitung des Netzwerkbüros hat zum 1.3.2017 die vormalige Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Sozialpädagogin Dunja Robin übernommen.
Neben der administrativen Leitung und Organisation der Geschäftsstelle vertritt Frau Robin das Netzwerkbüro auch nach außen hin, etwa in diversen Gremien und Arbeitskreisen, auf Tagungen und öffentlichen Veranstaltungen.
Seit 15.10.2017 ist die Stelle der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit durch Karin Winklhofer nachbesetzt. Sie hat einen Studienabschluss in Kommunikationswissenschaft.
Frau Winklhofer ist verantwortlich für den komplexen und umfangreichen Themenbereich der Öffentlichkeitsarbeit, von der Pflege und Gestaltung der Webauftritte und der Pressearbeit bis hin zur Veranstaltungsplanung.
Zudem ist sie die stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle.
Seit 1.2.2018 hat das Netzwerkbüro mit Sozialpädagogin Frau Ummahan Gräsle eine Referentin für Gewaltprävention.
Als solche baut sie ein Präventions-, Unterstützungs- und Hilfsnetzwerk für Mädchen und Frauen mit Behinderungen aus, die innerhalb und außerhalb von Einrichtungen von Gewalt und Diskriminierung bedroht sind.
Zudem ist sie die zentrale Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Thema „Frauenbeauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe“.
Seit März 2021 leitet sie darüber hinaus den durch die Landeshauptstadt München finanzierten „Offenen Treff für Münchnerinnen*“.
Durch personelle Veränderungen und begrenzte Ressourcen (siehe hierzu die Tätigkeitsberichte aus den Jahren 2023 und 2024) kommt es aktuell nach wie vor zu deutlich spürbaren Mehrbelastungen im Team.
Aufgaben mussten umverteilt und teilweise reduziert werden.
So konnte beispielsweise die seit 2011 angebotene Peer-Beratung, jenseits der Beratungsanfragen an die Fachstelle für Gewaltprävention, nicht weitergeführt werden.
Stattdessen bemühen wir uns bei entsprechenden Anfragen aktuell um Weitervermittlung.
Auch mehrere Praktikumsanfragen konnten im Berichtszeitraum nicht berücksichtigt werden. Dies ist besonders bedauerlich, da Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass Praktikantinnen des Netzwerkbüros in der Regel zu besonders aktiven und engagierten Netzwerkfrauen werden.
Die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Geschäftsstelle und Ehrenamt erfolgt aktuell primär im Rahmen des Projektteams des Pilotprojekts „Bezirksteam Oberbayern“, das sich regelmäßig austauscht und die Weiterentwicklung des Netzwerks begleitet.
Digitale Tools unterstützen dabei den kontinuierlichen Austausch und die Zusammenarbeit.
Näher ist dies im Kapitel über das Projekt ausgeführt.
2. Aktuelle Projekte und Veranstaltungen
Das Jahr 2025 war für die Netzwerkfrauen Bayern von mehreren zentralen Entwicklungen geprägt:
dem Umzug in neue Räumlichkeiten, der Weiterentwicklung der internen Strukturen sowie dem Ausbau des Ehrenamts im Rahmen des Pilotprojekts „Bezirksteam Oberbayern“.
Darüber hinaus konnten zahlreiche Projekte und Veranstaltungen umgesetzt werden, die sowohl die fachliche Arbeit als auch die Vernetzung und Sichtbarkeit des Netzwerks weiter gestärkt haben.
Durch das Wachstum der LAGS – sowohl im Hinblick auf das Aufgabenspektrum als auch auf den Stellenplan – war ein Umzug in neue Räumlichkeiten erforderlich geworden.
Im Herbst 2024 konnte ein Mietvertrag für neue, moderne und barrierearme Büroräume in der Hansastraße 40 in München unterzeichnet werden.
Der Umzug fand im Februar 2025 statt.
Für das Netzwerkbüro brachte der Umzug sowohl Veränderungen als auch Verbesserungen mit sich:
Zwar hat sich die dem Netzwerkbüro direkt zur Verfügung stehende Bürofläche verkleinert, zugleich können jedoch über ein Raumbuchungssystem flexibel zusätzliche Räume genutzt werden. Diese sind technisch gut ausgestattet und auch für Hybridsitzungen geeignet. Sie bieten damit gute Voraussetzungen für Veranstaltungen, Workshops, Besprechungen und Beratungsgespräche.
Auch Beratungsgespräche sollen künftig in den zugebuchten Räumen stattfinden. Dieses Modell wird derzeit erprobt, insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen an vertrauliche und barrierefreie Beratung.
Bereits im Vorfeld des Umzugs wurde der Bedarf an geeigneten Beratungsräumen sowie an ausreichend Kapazitäten für eine mögliche personelle Weiterentwicklung des Netzwerks benannt. Diese Aspekte müssen auch künftig bei der Weiterentwicklung der räumlichen Situation berücksichtigt werden.
Bei den Lagerflächen ergaben sich ebenfalls Veränderungen: Materialien des Netzwerks werden nun überwiegend gemeinsam mit der LAGS gelagert.
Die Einrichtung der neuen Arbeitsplätze nahm einige Zeit in Anspruch und ist noch nicht in allen Punkten abgeschlossen. Dies hängt auch damit zusammen, dass sich die Anforderungen der Mitarbeiterinnen an die Barrierefreiheit ihrer Arbeitsplätze im Laufe der Jahre verändert haben.
Insgesamt hat der Umzug jedoch zu spürbaren Verbesserungen geführt und die Arbeitsmöglichkeiten des Netzwerks gestärkt.
Gefeiert wurde dieser wichtige Schritt bei der Einweihungsfeier der LAGS am 27. Juni 2025. Dabei wurden die neuen Räumlichkeiten vorgestellt und zugleich Raum für Begegnung, Austausch und Vernetzung geschaffen.
Nicht zuletzt die Teilnahme an der Organisationsentwicklung der LAG Selbsthilfe Bayern e. V. von September 2023 bis Juli 2024 machte deutlich, dass auch die Strukturen der Netzwerkfrauen Bayern überprüft und weiterentwickelt werden müssen.
Nach rund 25 Jahren erfolgreicher Netzwerkarbeit steht das Netzwerk vor der Aufgabe, seine gewachsenen Strukturen an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und zukunftsfähig aufzustellen.
Die Anforderungen an die Arbeit der Netzwerkfrauen steigen kontinuierlich – etwa im Bereich Digitalisierung, Datenschutz, Barrierefreiheit sowie im Hinblick auf die vielfältigen und teilweise sehr unterschiedlichen Bedarfe der Zielgruppe. Gleichzeitig stehen hierfür nur begrenzte personelle und zeitliche Ressourcen zur Verfügung, was sich insbesondere im Wegfall zusätzlicher personeller Unterstützung, in eingeschränkten Kapazitäten für Nachwuchsgewinnung sowie in begrenzten zeitlichen Spielräumen für zentrale Aufgabenbereiche widerspiegelt.
Auch gesellschaftliche und politische Entwicklungen sowie die angespannte wirtschaftliche Lage tragen dazu bei, dass die Bedeutung intersektionaler, feministischer Arbeit weiter zunimmt, während die Rahmenbedingungen hierfür schwieriger werden.
Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, bestehende Strukturen zu stärken, neue Ressourcen zu erschließen und strategische Perspektiven für die zukünftige Arbeit zu entwickeln.
Ein erster Schritt in diesem Prozess war eine Klausurtagung der Mitarbeiterinnen des Netzwerkbüros am 23. Oktober 2024. Dort wurde vereinbart, der strategischen Weiterentwicklung gezielt Raum zu geben und diese in die regelmäßige Teamarbeit zu integrieren.
Im Jahr 2025 fanden hierzu mehrere entsprechende Arbeitssitzungen sowie ein Austausch mit dem Vorstand und der Geschäftsführung der LAGS statt.
Der Prozess der Weiterentwicklung ist damit angestoßen, jedoch noch nicht abgeschlossen und wird in den kommenden Jahren weitergeführt werden.
Bereits beim Herbstplenum 2021 wurde der Auftrag erteilt, ein Konzept für ein zukunftsfähiges Ehrenamt zu entwickeln mit der Zielsetzung, die Arbeit der Netzwerkfrauen Bayern stärker in die Fläche zu tragen und die Beteiligungsmöglichkeiten für Ehrenamtliche weiter auszubauen.
Im Herbstplenum 2023 wurde ein von einer Arbeitsgruppe aus Haupt- und Ehrenamtlichen entwickelter Konzeptentwurf vorgestellt und vom Plenum als richtungsweisender Zukunftsplan beschlossen. Dieser soll nach einer Erprobungsphase noch konkreter ausgearbeitet werden.
Er sieht vor, in den einzelnen Regierungsbezirken sogenannte „Bezirksteams“ aufzubauen, die vor Ort vernetzt arbeiten und die Interessen von Frauen mit Behinderungen vertreten.
Außerdem wurde die Aufgabe der Sprecherinnen überarbeitet: von gewählten Ehrenamtlichen mit teilweise unscharf definierten Aufgaben hin zu berufenen Vertreterinnen des Netzwerks, die gezielt für Gremienarbeit delegiert werden.
Zur praktischen Erprobung wurde beim Frühjahrsplenum 2024 das zunächst für eine Laufzeit von zwei Jahren angesetzte Pilotprojekt „Bezirksteam Oberbayern“ initiiert. Ziel des Projekts ist es, zentrale Elemente der neuen Struktur modellhaft zu entwickeln und zu erproben.
Dazu gehören insbesondere:
Das Projekt wird dabei bewusst ohne zusätzliche Projektmittel umgesetzt und erfolgt im Rahmen der bestehenden personellen und finanziellen Ressourcen des Netzwerks.
Im Berichtszeitraum wurde hierfür ein Projektteam eingerichtet.
Es besteht aktuell aus Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle, den ersten berufenen Sprecherinnen sowie einer weiteren Ehrenamtlichen, die neu zum Team hinzugestoßen ist. Sie bringt wertvolle Einblicke aus der Perspektive einer Netzwerkfrau ein, für die die Strukturen noch größtenteils neu sind.
In regelmäßigen digitalen Treffen wurden die Grundlagen für die Zusammenarbeit entwickelt und erste Strukturen aufgebaut.
Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Einrichtung thematischer Arbeitsgruppen, die sich mit zentralen Aspekten wie Organisation, Kommunikation, Strukturentwicklung und der Einbindung neuer Ehrenamtlicher beschäftigen.
Gleichzeitig zeigte sich im Projektverlauf, dass die Umsetzung der gesteckten Ziele durch die begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen im Haupt- und Ehrenamt deutlich erschwert wird.
Neben individuellen Belastungen der Beteiligten wirken sich auch strukturelle Rahmenbedingungen – wie steigende Lebenshaltungskosten, eingeschränkte Mobilität sowie ein Mangel an Assistenz- und Pflegeangeboten – unmittelbar auf die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements aus.
Dennoch konnten wichtige erste Schritte umgesetzt und wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, die in die weitere Entwicklung des Netzwerks einfließen werden.
Ein abschließender Bericht und die Entscheidung über die weitere Umsetzung sind für das Herbstplenum 2026 vorgesehen.
Am 28. Juni 2025 fand erstmals eine Plenumssitzung in den neuen Räumlichkeiten in der Hansastraße 40 statt.
Die Möglichkeit zur hybriden Teilnahme wurde von den Netzwerkfrauen erneut gut angenommen, und die neuen Räume hatten sich hierfür unmittelbar bewährt.
Dieses besondere Frühjahrsplenum war mit 15 Personen – drei Büromitarbeiterinnen nicht eingerechnet – erfreulich gut besucht.
Zu den Teilnehmer:innen gehörten 14 Netzwerkfrauen und 1 Unterstützer des Netzwerks.
9 von ihnen hatten vor Ort teilgenommen, 6 hatten sich digital zugeschaltet.
Inhaltliche Schwerpunkte waren der Bericht der Geschäftsstelle sowie der Projektbericht zum „Bezirksteam Oberbayern“.
Auch das Herbst-Plenum am 15. November 2025 wurde wieder als Hybridsitzung durchgeführt.
Insgesamt nahmen 20 Netzwerkfrauen und Unterstützer:innen teil. (15 waren vor Ort, 5 nahmen digital teil.)
Im Mittelpunkt standen erneut Berichte aus dem Netzwerkbüro und dem Projekt „Bezirksteam Oberbayern“.
Darüber hinaus wurde die zukünftige Entwicklung der Netzwerkfrauen Bayern thematisiert.
In diesem Zusammenhang wurde unter anderem ein direkter Austausch mit der Geschäftsführung und dem Vorstand der LAGS für ein kommendes Plenum angeregt.
Im Anschluss an das Plenum wurde das 25-jähirige Jubiläum der Netzwerkfrauen Bayern gemeinsam gefeiert.
Im Frühjahr 2024 fand ein erster vertrauensvoller Austausch mit unserer langjährigen Schirmfrau Nina Ruge zur künftigen Übergabe ihres Amtes statt. Sie bat darum, diesen Prozess gemeinsam vorzubereiten, unter anderem aufgrund persönlicher Veränderungen, insbesondere der Verlagerung ihres Hauptwohnsitzes ins Ausland.
Das Netzwerkbüro informierte daraufhin den Sprecherinnenrat und das Plenum und führte Anfang 2025 eine Umfrage unter den Netzwerkfrauen durch, um Anforderungen und Erwartungen an eine zukünftige Schirmfrau zu erheben. Die Ergebnisse wurden bis März 2025 gesammelt und bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Suche.
Aufgrund begrenzter personeller Ressourcen konnten im Berichtszeitraum noch keine weiteren Schritte umgesetzt werden. Die Auswertung der Umfrage liegt jedoch vor und zeigt ein klares Profil der gewünschten Kompetenzen und Eigenschaften.
Nina Ruge ist seit 2004 Schirmfrau der Netzwerkfrauen Bayern und hat die Arbeit des Netzwerks über viele Jahre hinweg engagiert und wirkungsvoll unterstützt.
Für ihr langjähriges Engagement danken wir ihr sehr herzlich. Es war stets geprägt von großer Verlässlichkeit und einem feinen Gespür für die Bedürfnisse des Netzwerks. Sie wird dem Netzwerk weiterhin verbunden bleiben und den Übergabeprozess unterstützend begleiten.
Bereits im Jahr 2011 veröffentlichten die Netzwerkfrauen Bayern mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales den Bildband „Weibsbilder von Nebenan – Diagnose: 100 % Frau“.
Das Buch macht die Lebensrealitäten von Frauen und Mädchen mit Behinderungen sichtbar und zeigt ihre vielfältigen Perspektiven, Erfahrungen und Lebensentwürfe. Er verdeutlicht damit, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen aktive, kreative Mitglieder unserer Gesellschaft sind.
Es ist weiterhin auf der Website der Netzwerkfrauen Bayern verfügbar – sowohl als PDF als auch als Hörbuch – und kann auf Nachfrage als Softcover zugesandt werden.
Kärtchen mit einem QR-Code, der direkt zu den digitalen Versionen führt, werden regelmäßig verteilt.
Damit stellt der Bildband nicht nur ein Stück Geschichte der Netzwerkfrauen dar, sondern zugleich ein dauerhaft zugängliches, barrierearmes Angebot, das weiterhin gut angenommen wird.
Im Rahmen der Münchner Kampagne #SieInspiriertMich wurde 2024 das Fotoprojekt „Lebens(t)räume“ umgesetzt, das auch im Berichtszeitraum 2025 weitergeführt werden konnte.
Ziel des Projekts ist es, die Lebensrealitäten von Frauen und Mädchen mit Behinderungen sichtbar zu machen und Veränderungen sowie bestehende Herausforderungen im Bereich Inklusion aufzuzeigen.
Dazu werden historische Perspektiven mit aktuellen Lebenssituationen in Beziehung gesetzt:
In den Ausstellungen werden sowohl Bilder aus dem Fotoprojekt „Emotionen“, das die Gründungsfrauen unseres Netzwerks in den 1990er Jahren umgesetzt haben, als auch 16 im Rahmen des aktuellen Projekts entstandene Fotografien gezeigt.
Besonders erfreulich ist, dass 2024 nicht nur die Models, sondern auch beide Fotografinnen Frauen mit Behinderungen waren.
Diese „Doppelausstellung“ wurde bereits an verschiedenen Orten in München ausgestellt, unter anderem im Nachbarschaftstreff Freiham, im Kreisverwaltungsreferat sowie in den Räumen des Behindertenbeirats. Der Behindertenbeirat, das Koordinierungsbüro für die Umsetzung der UN-BRK und die Behindertenbeauftragte der Stadt München hatten letztere Ausstellung zudem zu einem Austausch mit der Kommunalpolitik im Rahmen des Disability Pride Month genutzt. Dieser Austausch fand am 29.07.2025 statt.
Die Ausstellungen konnten stets kostenfrei besucht werden und stießen auf großes Interesse.
Für Januar 2026 ist bereits die nächste Ausstellung vorbereitet:
Die Bilder werden dann im Café Glanz von siaf e. V. zu sehen sein.
Eine digitale, barrierefreie Version der Ausstellung ist derzeit in Vorbereitung, um die Reichweite weiter zu erhöhen.
Langfristig ist geplant, die Ausstellung auch außerhalb Münchens an weiteren Orten in Bayern zu zeigen und so die Themen unseres Netzwerks weiter sichtbar zu machen.
3. Fachstelle für Gewaltprävention
Seit 1. Februar 2018 ist im Netzwerkbüro die Fachstelle für Gewaltprävention angesiedelt. Sie hat sich aus dem Projekt „Frauen-Beauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe in Bayern“ entwickelt und greift insbesondere die Erfahrungen und Bedarfe der Frauenbeauftragten sowie ihrer Unterstützerinnen auf.
Zur Wahrung der Selbstbestimmung und Partizipation arbeitet die Fachstelle eng mit den Frauenbeauftragten zusammen und orientiert sich an deren Anliegen.
Für Frauen und Mädchen mit Behinderungen in Privathaushalten stellt sie zudem eine wichtige Erstanlaufstelle dar und unterstützt bei Bedarf bei der Vermittlung geeigneter Hilfen vor Ort.
Die Arbeit der Fachstelle umfasst im Wesentlichen drei Bereiche:
Folgende Ziele konnten im Berichtszeitraum umgesetzt werden:
Die Fachstelle organisiert in der Regel bis zu zwei bayernweite Vernetzungstreffen pro Jahr. Diese finden digital statt, um einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zu ermöglichen und die Ressourcen der Teilnehmerinnen zu schonen.
Im Berichtszeitraum konnte aufgrund des Umzugs der Geschäftsstelle kein Treffen im ersten Halbjahr stattfinden.
Ursprünglich war geplant, bei diesem Treffen die bereits im Vorjahr begonnenen Vorbereitungen für eine Fachveranstaltung zum 10-jährigen Bestehen der Frauenbeauftragten in Einrichtungen in Bayern weiterzuführen.
Diese sollte im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums der Netzwerkfrauen Bayern stattfinden.
Die Planungen hierfür waren bereits weit fortgeschritten und erfolgten in enger Abstimmung mit verschiedenen Beteiligten. Aufgrund kurzfristiger Veränderungen der Rahmenbedingungen konnte die Veranstaltung jedoch nicht wie vorgesehen umgesetzt werden.
Die Enttäuschung bei den beteiligten Frauenbeauftragten war entsprechend groß, da sie bereits umfangreich in die Vorbereitung eingebunden waren und die Veranstaltung auch als wichtige Form der Anerkennung ihres Engagements wahrgenommen wurde.
Das zweite Vernetzungstreffen wurde thematisch an die aktuellen Bedarfe angepasst, insbesondere im Hinblick auf anstehende Neuwahlen der Frauenbeauftragten. Insgesamt nahmen 22 Frauenbeauftragte sowie 7 Unterstützerinnen teil.
Die geringere Teilnahme im Vergleich zum Vorjahr wurde unter anderem damit erklärt, dass viele Einrichtungen die Wahlprozesse bereits abgeschlossen hatten.
Gleichzeitig zeigt sich, dass Frauenbeauftragte zunehmend Erfahrung in ihrem Amt sammeln und dieses mit wachsender Kompetenz ausfüllen.
Die Fachstelle steht den Frauenbeauftragten darüber hinaus das ganze Jahr über beratend zur Verfügung.
Eine zentrale Rolle bei der Stärkung der Frauenbeauftragten und der Weiterentwicklung ihres Amtes stellt die Vernetzung auf Bundesebene dar.
Die Fachstelle war hier auf unterschiedlichen Ebenen involviert:
Bundesverband der Frauenbeauftragten
Der Bundesverband der Frauenbeauftragten Starke.Frauen.Machen e. V. organisiert regelmäßig Vernetzungstreffen für die Landesvertretungen.
Der Austausch dient der bundesweiten Vernetzung, der fachlichen Weiterentwicklung sowie der gemeinsamen Bearbeitung zentraler Themen im Bereich Gewaltprävention und Selbstvertretung von Frauen mit Behinderungen.
Die Fachstelle für Gewaltprävention nimmt – im Rahmen der vorhandenen zeitlichen Ressourcen – regelmäßig an diesen Treffen teil und begleitet und unterstützt die Landesvertreterinnen aus Bayern nach Bedarf.
Auf der Internetseite des Bundesverbands sind die Dokumentationen der Treffen abrufbar. Besonders hervorzuheben ist aus unserer Sicht der Bericht zur Fachveranstaltung, die im Herbst 2025 digital stattfand.
Austausch 4 Bundesländer
Ergänzend zum bundesweiten Austausch treffen sich zudem regelmäßig Fachkräfte aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern in digitalen Formaten. An diesen Treffen nehmen jeweils auch die Landesvertreterinnen der Frauenbeauftragten teil.
Die Treffen finden bedarfsorientiert statt. Im Berichtszeitraum wurden zwei Termine im ersten Halbjahr durchgeführt.
Im Mittelpunkt stehen die Anliegen, Erfahrungen und Forderungen der Frauenbeauftragten.
Zentrale Themen sind unter anderem:
Derzeit arbeiten Frauenbeauftragte in Wohneinrichtungen ehrenamtlich. Sie haben für ihre Arbeit weder eine Unterstützer:in, noch ein Budget, das für verschiedene Maßnahmen zur Gleichstellung und Gewaltprävention in der Wohneinrichtung erforderlich wäre.
Da sexuelle Übergriffe besonders im persönlichen Wohnumfeld der Frauen* stattfinden, ist der Handlungsbedarf in diesem Bereich besonders hoch.
Verpflichtende Schutzkonzepte in Einrichtungen greifen hinsichtlich der Selbstbestimmungsrechte und der Partizipation bei der Entwicklung dieser noch zu kurz. Dies lässt sich jedoch mit der Erarbeitung von Mindeststandards zumindest ein stückweit vermeiden.
Auch im Bereich der Qualifizierung bestehen weiterhin Lücken:
Nach wie vor gibt es für die Frauenbeauftragten in den Werkstätten keine einheitlichen Schulungsstandards. Eine qualitativ hochwertige Schulung ist für die Ausübung ihres anspruchsvollen Amtes jedoch unerlässlich.
Die von Weibernetz e.V. und dem Netzwerk People First – Mensch zuerst e. V. entwickelten Schulungsunterlagen erfüllen aus Sicht der Fachstelle bereits viele dieser Anforderungen.
Die Gründung von Landesarbeitsgemeinschaften der Frauenbeauftragten macht erfreulicherweise Fortschritte.
Die Fachstelle bietet Mädchen und Frauen mit Behinderungen, die selbst Gewalt erfahren haben oder sich über das Thema informieren möchten eine Erstanlaufstelle und kann bei Bedarf zu geeigneten Hilfen vor Ort vermitteln.
Im Berichtszeitraum wurde das Beratungsangebot erneut gut angenommen, wobei nicht jeder Kontakt örtlich zuzuordnen war, da zur Wahrung der Anonymität persönliche Daten nicht abgefragt werden. Die häufigsten Gründe für die Kontaktaufnahme waren Wohnungsnot und Existenzängste.
4. Offener Treff für Münchnerinnen* mit Behinderung
Seit März 2021 bietet das Netzwerkbüro den „Offenen Treff für Münchnerinnen*“ an.
Das Angebot ist Teil des 2. Aktionsplans der Landeshauptstadt München für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und wird somit von der Landeshauptstadt München gefördert.
Die Treffen finden in der Regel im Café Glanz statt, in freundlicher Kooperation mit siaf e. V.
Dort steht den Teilnehmerinnen dienstagabends ein geschützter Raum für Austausch, Begegnung und gegenseitige Unterstützung zur Verfügung.
Frau Gräsle leitet diese Treffen.
Besonders erwähnenswert für den Berichtszeitraum ist, dass nun auch erstmalig spezielle Treffen für Mädchen ab 16 Jahren angeboten wurden, da diese Zielgruppe eigene Themen hat und einer eigenen Herangehensweise bedarf.
Diese Treffen finden samstags statt, ebenfalls im Café Glanz.
Trotz intensiver Vorbereitungen und vieler Absprachen muss auch hier nun erst ein regelmäßiger Teilnehmerinnenstamm aufgebaut werden.
Einen vertiefenden Einblick bietet der Jahresbericht 2025 des Offenen Treffs.
Da das Netzwerk bayernweit tätig ist, ist eine professionell gestaltete, barrierefreie Website für die kontinuierliche Vernetzung und die Öffentlichkeitsarbeit unerlässlich:
Sie steigert den Bekanntheitsgrad der Netzwerkfrauen Bayern und ihrer Angebote. Zudem ist sie ein niedrigschwelliges Informations- und Kommunikationsangebot für Frauen und Mädchen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sowie für alle an unseren Themen interessierten Fachkräften und weiteren Personen.
Dabei muss ein solcher Auftritt regelmäßig gepflegt, aktualisiert und überarbeitet sowie administriert werden. Dies bedeutet unter anderem regelmäßige Absprachen mit diversen Dienstleistern und koordinierte Arbeiten im Backend.
Unter anderem mussten in diesem Jahr die Seiten und Inhalte an die Strukturen des Pilotprojektes “Bezirksteam Oberbayern” angepasst werden.
Durch das Ausscheiden von Marion Stangl stellen uns solche Aufgaben vor neue Herausforderungen, denn Karin Winklhofer übernimmt diese Aufgaben weiterhin größtenteils alleine.
Ein wichtiges Kommunikationsmedium stellt zudem der auf der Homepage eingebundene Blog der Netzwerkfrauen Bayern dar. Hier informiert das Netzwerk über seine Tätigkeiten und teilt weitere interessante Informationen.
Eine der beliebtesten Rubriken im Blog war der immer freitags gepostete Wochenrückblick, in dem das Netzwerkbüro zeitnah über seine Aktivitäten berichtete. Aufgrund der Personalengpässe ist dies aktuell leider nicht mehr leistbar.
Auch die Bedeutung der sozialen Netzwerke ist in unserer Zeit nicht zu unterschätzen.
Seit 2011 pflegt die Geschäftsstelle daher eine Facebookseite für die Netzwerkfrauen.
Diese wird vor allem genutzt, um Informationen schnell zu streuen und zu teilen.
Der Facebookseite folgten zum Ende des Berichtszeitraums 587 Personen. Damit ist die Zahl der Follower im Vergleich zum Vorjahr (585 Follower) stabil geblieben.
Wichtig wären auch eine Sichtbarkeit und Aktivität auf anderen Social Media Plattformen wie beispielsweise Instagram, Bluesky, TikTok und YouTube. Auch dies ist aber aktuell aus Ressourcengründen nicht realisierbar.
Karin Winklhofer absolvierte eine Fortbildung zum Thema Podcast, um diese Möglichkeit der Sichtbarmachung zu eröffnen. Eine vertiefende Fortbildung und Umsetzung ist für das nächste Jahr angedacht.
Neue Flyer für „Mitmacherinnen“ und Gestaltung neuer Visitenkarten
Nachdem die Flyer für betroffene Frauen nach nunmehr rund 20 Jahren nicht mehr aktuell sind, wurde 2025 neue Flyer entwickelt und gedruckt. Inhalt und Design werden den heutigen Bedarfen und Themen von Frauen mit Behinderung angepasst.
Auch die Visitenkarten wurden nach dem Umzug aktualisiert und dabei auch passende Blanko-Karten für Ehrenamtliche entwickelt.
Im Rahmen der Gastsendereihe Radio SWW – inklusive Podcasts von blinden und sehbeeinträchtigten Bewohner:innen der SWW München war Karin Winklhofer im November bei Schwester Bernadette Brommer zu Gast und konnte die Arbeit der Netzwerkfrauen-Bayern vorstellen.
Der Beitrag ist über diesen Link abrufbar: https://open.spotify.com/episode/477jGmmgX9DqJSgdkpJ7J9?si=eFVGEqA3Sk-E8av7sGF2xg
6. Mitarbeit in Gremien
Die Mitarbeit in Gremien auf kommunaler, Landes- und Bundesebene ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit der Netzwerkfrauen Bayern. Sie ermöglicht es, die Perspektiven und Bedarfe von Frauen und Mädchen mit Behinderungen in politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse einzubringen.
Die Netzwerkfrauen Bayern sind in verschiedenen Gremien vertreten und bringen dort ihre fachliche Expertise sowie die Erfahrungen aus der Praxis ein.
Seit 2004 hat das Netzwerk von und für Frauen und Mädchen mit Behinderung einen Sitz im Bayerischen Landesbehindertenrat.
Dieser unterstützt und berät die Bayerische Staatsregierung in allen Fragen der Behindertenpolitik.
Die Mitglieder treffen sich in der Regel zweimal jährlich in den Räumen des Bayerischen Staatsministeriums zum Austausch über aktuelle Themen.
Im Berichtszeitraum standen unter anderem folgende Themen im Fokus:
Im August 2025 begann die neue Amtsperiode des Landesbehindertenrats mit einer ersten Sitzung im Oktober 2025.
Frau Robin ist seit 2017 Delegierte für das Netzwerk, Karin Winklhofer ist seit 2023 ihre Stellvertreterin im Gremium.
Beide bringen auch in der neuen Amtsperiode die Perspektiven von Frauen mit Behinderungen aktiv ein.
Für 2026 ist unter anderem eine Weiterentwicklung des Gremiums geplant.
Seit November 2007 ist das Netzwerk von und für Frauen und Mädchen mit Behinderung Mitglied im Bayerischen Landesfrauenrat.
Ziel des Landesfrauenrats ist die Verbesserung der Situation von Frauen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Er trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei, gibt Stellungnahmen und Empfehlungen an Legislative und Exekutive ab und berät insbesondere die Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung.
Über die Mitarbeit im Landesfrauenrat bringt das Netzwerk gezielt die Perspektiven von Frauen mit Behinderungen in gleichstellungspolitische Debatten auf Landesebene ein.
Delegierte für das Netzwerk ist seit 2017 Dunja Robin, Ummahan Gräsle ist seit 2019 ihre Stellvertreterin.
Bei der Vollversammlung im April 2025 wurde Frau Robin in den Hauptausschuss des Landesfrauenrats gewählt.
Dieser ist für die Umsetzung des von der Vollversammlung beschlossenen Arbeitsprogramms verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Erarbeitung von Stellungnahmen und Resolutionen, die Einrichtung von Projektgruppen sowie die Steuerung der fachlichen Arbeit des Gremiums.
Der Landesfrauenrat nutzt vielfältige Formate der Öffentlichkeitsarbeit, darunter auch eine Podcastreihe.
Im Oktober 2025 wurde zudem erstmals das neue Austausch- und Netzwerkformat „TeaTime – Perspektiven diskutieren“ erprobt.
Thema der Auftaktveranstaltung war: „Wie junge Männer die Gleichstellung denken – Lasst uns darüber reden“.
Seit 2014 stehen die Netzwerkfrauen Bayern im Austausch mit dem Bayerischen Jugendring.
Der Bayerische Jugendring ist die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände und Jugendgruppen in Bayern. Mit seinen 103 Stadt-, Kreis- und Bezirksjugendringen ist er landesweit vertreten und setzt sich für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein.
Aufgrund begrenzter personeller Ressourcen ist derzeit keine Mitarbeiterin als feste Ansprechpartnerin für diesen Bereich benannt.
Gerade die Mädchenarbeit erfordert jedoch eine spezifische fachliche Ausrichtung, die aktuell nicht im notwendigen Umfang abgedeckt werden kann.
Mit der Patientenbeteiligungsverordnung wurde 2003 der rechtliche Rahmen geschaffen für eine Selbstvertretung von Patient:innen und Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen an zentralen Entscheidungen für das Gesundheitssystem.
In Bayern haben sich die Patientenvertreter:innen 2004 im Patientennetzwerk Bayern (PNB) zusammengeschlossen. Dieses wird durch die Koordinierungsstelle Patientenbeteiligung unter Trägerschaft des Gesundheitsladen München e. V. koordiniert.
Dunja Robin ist seit 2017 als freie Patientenvertreterin tätig und Mitglied im PNB. Sie wirkt im Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Bayern, im erweiterten Landesausschuss sowie in der Bayerischen Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik mit.
Seit 2020 ist Ummahan Gräsle als ihre Stellvertreterin in der Ethikkommission beteiligt.
Im Berichtszeitraum nahmen die Vertreterinnen unter anderem am Symposium zum zehnjährigen Jubiläum der Bayerischen Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik am 18. März 2025 in der Bayerischen Residenz teil.
Zudem fand am 26. September 2025 erstmals ein digitales Austauschtreffen der Patientenvertreterinnen in den Ethikkommissionen der verschiedenen Bundesländer statt.
Darüber hinaus feierte der Gesundheitsladen München e. V. im Oktober 2025 sein 45-jähriges Jubiläum.
Dunja Robin vertritt seit 2017 auch hier die Netzwerkfrauen Bayern als ordentlich berufenes Mitglied.
Ziel dieser Stiftung ist es, Kriegsopfer und Personen, die wie Kriegsopfer versorgt werden, zu unterstützen. Unterstützungsleistungen sind Zuwendungen und Darlehen.
Außerdem unterstützt die Stiftung Menschen mit chronischer Krankheit oder körperlicher, geistiger oder psychischer Behinderung. Unterstützungsleistungen sind medizinische, berufliche und soziale Förderung und Betreuung.
Im Rahmen dieses Stiftungszwecks werden insbesondere Projekte kleiner Selbsthilfegruppen gefördert. Die LAGS prüft diese Projekte als Dachorganisation und leitet entsprechende Anträge an die Stiftung weiter.
Seit 2015 wirkt das Netzwerkbüro aktiv im Fachforum mit. Dunja Robin und Ummahan Gräsle sind aktuell die offiziellen Delegierten des Netzwerks und Mitglieder des Arbeitskreises „Mädchen*, die behindert werden“.
Die Treffen finden in der Regel in den Räumlichkeiten des Netzwerks statt.
Das Fachforum ist ein unabhängiges Gremium von Fachfrauen*, die im Großraum München geschlechtsreflektierte, parteiliche Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* leisten.
Ziel ist es, die Lebenssituation von Mädchen* und jungen Frauen* in München zu verbessern durch die Weiterentwicklung der Mädchen*politischen Fachdiskussion, die Formulierung von fachpolitischen Forderungen und deren Durchsetzung auf Stadtebene.
Im Berichtzeitraum wurden vor allem die Strukturen und Arbeitsweise des Arbeitskreises „Mädchen*, die behindert werden“ überprüft und weiterentwickelt.
Die Netzwerkfrauen engagieren sich sowohl im Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München als auch dem Behindertenbeirat des Landkreises München. Im Behindertenbeirat des Landkreises wird das Netzwerk aktuell durch die Sprecherin Susanne Kempa vertreten.
Im Behindertenbeirat der Stadt engagieren sich Dunja Robin, Ummahan Gräsle, sowie die Sprecherin Lieve Leirs. Sie sind vor insbesondere im Facharbeitskreis „Frauen“ aktiv, den Lieve Leirs als erste Vorsitzende leitet.
Bei Abstimmungen des Behindertenbeirats der Landeshauptstadt München vertritt Dunja Robin die Netzwerkfrauen Bayern.
Darüber hinaus sind Dunja Robin und Lieve Leirs als Delegierte des Behindertenbeirats der Landeshauptstadt in die Münchener Stadtratskommission für die Gleichstellung von Frauen vertreten.
Die Kommission setzt Themen der Gleichstellung auf die kommunalpolitische Agenda und spricht Empfehlungen an den Stadtrat aus, die innerhalb von drei Monaten behandelt werden müssen. Die Geschäftsführung liegt bei der Gleichstellungsstelle für Frauen.
Seit der Einrichtung der Fachstelle für Gewaltprävention im Jahr 2018 ist Ummahan Gräsle Mitglied der Arbeitsgruppe Behinderung und Migration (BiMig) der Stadt München.
Die Arbeitsgruppe befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen Behinderung und Migration.
Die Fachstelle bringt hier insbesondere Perspektiven und Expertise zu Gewaltprävention und Unterstützungsangeboten ein.
Im Rahmen der Maßnahme „Offener Frauentreff“ nimmt Dunja Robin seit Frühjahr 2021 regelmäßig am Arbeitskreis geschlechts-, gewalt- und zielgruppenspezifische Projekte bei S-II-KJF/J (kurz: AK GGZ) des Sozialreferats / Stadtjugendamtes der Landeshauptstadt München teil.
Im Berichtszeitraum fanden jedoch keine Treffen statt.
Seit Dezember 2023 ist Karin Winklhofer Delegierte der Netzwerkfrauen Bayern im Stadtbund Münchner Frauenverbände.
Seit Mai 2024 sind die Netzwerkfrauen Bayern dort auch Vollmitglied.
Im Stadtbund sind derzeit rund 70 Münchner Frauenorganisationen zusammengeschlossen, die sich gemeinsam für die Gleichstellung von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen einsetzen.
Die Anzahl der Gremien, in denen die Netzwerkfrauen Bayern vertreten sind, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.
Diese Entwicklung wird ausdrücklich begrüßt, da die Gremienarbeit eine zentrale Möglichkeit darstellt, die Perspektiven, die Expertise und die Bedarfe von Frauen und Mädchen mit Behinderungen in politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse einzubringen.
Gleichzeitig entsteht darauf ein Spannungsfeld:
Die Gremienarbeit bindet erhebliche personelle Ressourcen, die, insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Personalmangels im Netzwerkbüro, an anderer Stelle fehlen.
Eine zentrale Aufgabe der Zukunftsentwicklung unseres Netzwerks wird daher sein, hier eine tragfähige Balance zu finden, die den Zielen des Netzwerks gerecht wird.
Der geplante Ausbau unseres Ehrenamts kann dabei ein wichtiger Baustein sein.
Kooperationen, Mitgestaltung und Mitwirkung an externen Projekten sind ein fester Bestandteil der Arbeit der Netzwerkfrauen Bayern. Dabei bringen sie ihre Expertise in politische, wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Prozesse ein – stets mit dem Ziel, die Lebensrealitäten von Frauen und Mädchen mit Behinderungen sichtbar zu machen und zu verbessern.
Die Netzwerkfrauen berichten im Austausch immer wieder von Schwierigkeiten bei der Hilfsmittelversorgung. Dabei entsteht der Eindruck, dass sich diese Problemlagen in den letzten Jahren verstärkt haben.
So reicht beispielsweise ein Widerspruch gegen einen Ablehnungsbescheid häufig nicht mehr aus, sodass Betroffene ihre Ansprüche gerichtlich durchsetzen müssen. Zudem berichten viele Frauen, dass sie von Versorgern nicht ernst genommen werden oder ihnen eine unsachgemäße Nutzung unterstellt wird – etwa dann, wenn ein Hilfsmittel bereits defekt ausgeliefert wurde.
Weitere Herausforderungen sind lange Reparaturzeiten sowie Unsicherheiten im Umgang mit Ausfällen, beispielsweise auf Reisen.
Vor diesem Hintergrund wurde die Geschäftsstelle im Frühjahrsplenum 2023 beauftragt, eine Themenreihe zur Hilfsmittelversorgung zu entwickeln.
Ziel ist es, Betroffenen Informationen bereitzustellen und sie in ihrem Umgang mit diesen Herausforderungen zu stärken.
Die Umsetzung sollte in Kooperation mit der LAGS erfolgen, da die Problematik über die Zielgruppe der Frauen und Mädchen hinausgeht, zugleich jedoch auch geschlechtsspezifische Aspekte berücksichtigt werden sollen.
Aufgrund anderer vorrangiger Aufgaben – insbesondere der Organisationsentwicklung der LAGS sowie des gemeinsamen Umzugs – konnte das Vorhaben jedoch erst im Jahr 2025 weiterverfolgt werden.
Im Berichtszeitraum fanden hierzu mehrere Austausch- und Planungstreffen mit Thomas Bannasch, Geschäftsführer der LAGS, sowie Thomas Asam, Referent für Gesundheitspolitik, statt. Dabei wurde die Idee entwickelt, das Thema in Form einer Podcastreihe aufzubereiten.
Diese Idee soll im Jahr 2026 weiter konkretisiert werden.
Auch im Berichtszeitraum fand wieder ein regelmäßiger digitaler Austausch zwischen den Landesnetzwerken für Frauen mit Behinderungen statt, der durch Weibernetz e. V. koordiniert wird.
Dieser Austausch dient der bundesweiten Vernetzung sowie der gemeinsamen Reflexion aktueller fachlicher und politischer Themen. Er ermöglicht es den beteiligten Netzwerken, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.
Darüber hinaus nahmen die Netzwerkfrauen am 21. November 2025 an einem von Weibernetz e. V. organisierten Netzwerk- und Expert*innentreffen zum Thema Assistenz, Pflege und BTHG teil.
Am darauffolgenden Tag, dem 22. November 2025, beteiligten sie sich zudem digital an der Mitfrauenversammlung von Weibernetz e. V.
Die BAG SELBSTHILFE ist der bundesweite Zusammenschluss von Selbsthilfeverbänden von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sowie ihrer Angehörigen. Sie ist eine wichtige Partnerin der Netzwerkfrauen Bayern, mit der ein regelmäßiger fachlicher Austausch besteht.
Im Berichtszeitraum unterstützten die Netzwerkfrauen das Projekt
„FemPower – Teilhabe und Chancengleichheit in der digitalen Arbeitswelt von Frauen mit Behinderungen stärken“.
Die Unterstützung erfolgte insbesondere durch Öffentlichkeitsarbeit, fachlichen Austausch sowie die Weitergabe von Informationen in die eigenen Netzwerke.
Weitere Informationen zum Projekt sind unter folgendem Link abrufbar:
Im Wintersemester 2024/25 bot die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) in Niedersachsen eine öffentliche Ringvorlesung mit Livestream zum Thema „Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen – Impulse, Strategien und Visionen inklusiver Kommunal- und Regionalentwicklung“ an.
In diesem Rahmen war Dunja Robin am 28. November 2024 als Referentin eingeladen. Ihr Vortrag behandelte das Thema:
„Lebenswelten, Teilhabe und Bedarfe von Frauen* und Mädchen* mit Behinderungen in der Stadt“.
Im Jahr 2025 reichten die Referent:innen ihre Beiträge in Form von Manuskripten für einen geplanten Sammelband ein, der im Jahr 2026 veröffentlicht werden soll.
Die Netzwerkfrauen Bayern freuen sich auf die Veröffentlichung und die damit verbundene Sichtbarmachung der Perspektiven von Frauen und Mädchen mit Behinderungen.“
„Frauen und Männer sind gleichberechtigt.
Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“
So steht es in Artikel 3 des Deutschen Grundgesetzes.
Ein bedeutender Schritt zur Umsetzung dieses Verfassungsauftrags war die Einrichtung kommunaler Gleichstellungsstellen. In München nahm die Gleichstellungsstelle für Frauen am 1. Oktober 1985 als erstes kommunales Gleichstellungsbüro in Bayern ihre Arbeit auf.
Anlässlich dieses 40-jährigen Jubiläums veranstaltete die Landeshauptstadt München vom 9. bis 11. Oktober 2025 die 4. Münchner Frauenkonferenz unter dem Titel „Feministisches Rathaus“.
Das Programm umfasste über 50 Veranstaltungen, darunter queer-feministische Foren, Workshops, Performances, Lesungen und Filme.
Auch die Netzwerkfrauen Bayern beteiligten sich aktiv an der Veranstaltung.
Sie boten unter anderem eine Führung in Leichter Sprache für die Ausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“ an und wirkten als Podiumsgästinnen an verschiedenen Diskussionsrunden mit.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass trotz bedeutender Fortschritte weiterhin Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig bot sie Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Perspektiventwicklung – und gab wichtige Impulse sowie neue Motivation für die weitere Arbeit.
Im Berichtszeitraum entstand ein Austausch zwischen den Netzwerkfrauen Bayern und Special Olympics Bayern e. V. zum Thema „Stärkung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen im Sport sowie Schutz vor Diskriminierung und Gewalt“.
Der Kontakt wurde im Zusammenhang mit einer Anfrage des Bündnis Frauenrechte Bayern zu den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 in Paris initiiert.
Special Olympics Bayern e. V. ist der bayerische Landesverband der weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung und setzt sich für Teilhabe, Selbstbestimmung und Inklusion im Sport ein.
Aus dem Austausch entwickelte sich eine konkrete Zusammenarbeit.
Für den 18. April 2026 ist ein gemeinsamer Workshop in den Räumlichkeiten in der Hansastraße 40 geplant. Ziel ist es, Sportlerinnen die Arbeit der Netzwerkfrauen Bayern näherzubringen und zugleich Raum für ihre eigenen Themen und Erfahrungen zu schaffen. Ein entsprechendes Konzept sowie eine Ausschreibung für das Fortbildungsprogramm von Special Olympics Bayern e. V. wurden bereits erarbeitet.
Darüber hinaus wurde ein weiteres Kooperationsprojekt für den 31. Januar 2026 vorbereitet:
„Mein Körper – meine Grenzen! Mädchen*- und Frauen*-Austauschrunde mit Tanz-Workshop“.
Organisatorinnen sind Special Olympics Bayern e. V., der Kreisjugendring München-Stadt, One Billion Rising München e. V. und die Netzwerkfrauen Bayern.
Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme an der Eröffnungsfeier der Landesspiele 2025 am 14. Juli in Erlangen.
Dunja Robin war als Gast eingeladen und vertrat so die Netzwerkfrauen Bayern.
Die Zusammenarbeit zeigt das Potenzial, inklusive Strukturen im Sport gezielt aus einer geschlechtersensiblen Perspektive weiterzuentwickeln.
Der Beirat für Genderpädagogik Bayern bereitet derzeit die nächste Genderkonferenz vor, die vom 25. bis 27. März 2026 im Institut für Jugendarbeit in Gauting stattfinden soll.
Die Netzwerkfrauen Bayern wurden eingeladen, im Rahmen der Konferenz einen Workshop zum Thema
„Teilhabeformate für Jugendliche, die behindert werden“ anzubieten.
Der Workshop wird derzeit in Kooperation mit mira Mädchenbildung konzipiert.
Die Akademie für Politische Bildung Tutzing veranstaltet vom 9. bis 11. März 2026 eine Tagung zum Thema
„Barrieren abschaffen – Perspektiven für gelebte Inklusion und Gerechtigkeit“.
Die Netzwerkfrauen Bayern wurden eingeladen, im Rahmen der Tagung einen Vortrag zum Thema
„Politische Interessenvertretung von Frauen mit Behinderungen“ mit anschließender Fragerunde zu halten und ihre Arbeit beim „Markt der Möglichkeiten“ vorzustellen.
Die Teilnahme sowie die inhaltliche Ausgestaltung des Beitrags werden derzeit vorbereitet.
Die Netzwerkfrauen Bayern setzen sich seit ihrer Gründung für einen gleichberechtigten Zugang von Frauen und Mädchen mit Behinderungen zum Gesundheitssystem ein.
Ein frühes zentrales Projekt in diesem Themenfeld war die Einrichtung einer gynäkologischen Spezialambulanz für Frauen mit Behinderungen in Bayern. Diese war von 2007 bis 2019 an die Heliosklinik Dachau (vormals Amper Klinik Dachau) angegliedert und versorgte Patientinnen mit besonderen Bedarfen.
Gemeinsam mit dem Zentrum für Selbstbestimmtes Leben (ZSL) Erlangen setzte sich das Netzwerk zudem für eine weitere Spezialambulanz ein, die 2009 an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen eröffnet wurde.
Im Jahr 2021 konnte schließlich eine gynäkologische Sprechstunde für Frauen mit Mobilitätseinschränkungen in den Räumen des Münchner Gesundheitsreferats eingerichtet werden.
Dieses Angebot wurde im Rahmen des 1. Aktionsplans der Landeshauptstadt München zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zunächst als Modellprojekt gestartet und im Jahr 2023 verstetigt. Es wurde zudem mit dem 1. Platz des Bundesteilhabepreises 2023 ausgezeichnet.
Diese Auszeichnung ist ein wichtiger Erfolg, verweist jedoch zugleich auf einen strukturellen Missstand: Der barrierefreie Zugang zum Gesundheitssystem ist für Frauen mit Behinderungen nach wie vor keine Selbstverständlichkeit, sondern häufig die Ausnahme.
Dies wird auch durch verschiedene Studien bestätigt, darunter der Abschlussbericht zum Vorhaben „Evaluation von Spezialambulanzen und gynäkologischen Sprechstundenangeboten zur gynäkologischen und geburtshilflichen Versorgung von Frauen mit Behinderung“ der Universität Bielefeld (2019) sowie der Bericht „Gesundheitliche Lage der Frauen in Deutschland“ (2020), herausgegeben vom Robert Koch-Institut und dem Statistischen Bundesamt.
Umso erfreulicher ist es, dass die Netzwerkfrauen Bayern seit Mitte des Jahres 2025 den Lehrstuhl für die Medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderungen und Teilhabebeschränkungen an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg begleiten.
Sie bringen ihre Expertise in mehrere partizipative Forschungsprojekte ein, zu den Themen:
Die Forderung nach einem barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zum Gesundheitssystem im Sinne von Artikel 25 der UN-Behindertenrechtskonvention umfasst jedoch weit mehr als die gynäkologische Versorgung.
Im Berichtszeitraum konnten die Netzwerkfrauen Bayern ihre Perspektiven hierzu in verschiedenen fachlichen Kontexten einbringen:
Im Rahmen der Landesfrauenkonferenz des Sozialverbands VdK Bayern e. V. hielten sie am 9. Dezember 2025 einen digitalen Vortrag unter dem Titel
„Frauen* und Mädchen* mit Behinderungen und das Gesundheitssystem – Einordnung, Erfahrungen, Best-Practice-Beispiele und gemeinsamer Austausch“.
Zudem beteiligten sie sich, gemeinsam mit Thomas Asam, dem Referenten für Gesundheitspolitik der LAGS, an der 8. Sitzung des Bayerischen Gesundheitsrats am 1. Dezember 2025 mit einem Vortrag zum Thema
„Menschen mit Behinderungen in der gesundheitlichen Versorgung. Teilhabe und barrierefreies, inklusives Gesundheitswesen“.
Die dort formulierten zentralen Forderungen sollen in eine Resolution des Landesbehindertenrats einfließen.
Ausblick
Bereits im Berichtszeitraum wurden wichtige Grundlagen für die Arbeit im Jahr 2026 gelegt.
Im ersten Quartal stehen unter anderem zwei Veranstaltungen in Kooperation mit Special Olympics Bayern e. V., die Tagung der Akademie für Politische Bildung Tutzing sowie die Genderkonferenz 2026 auf dem Programm.
Für den Offenen Treff für Münchnerinnen* wird erwartet, dass sich insbesondere das neue Angebot für Mädchen ab 16 Jahren weiter etabliert und langfristig ähnlich positiv entwickelt wie das bestehende Angebot für Frauen*.
Auch die geplante Themenreihe zur Hilfsmittelversorgung wird weiter konkretisiert. Ein zentrales Thema bleibt zudem die strategische Weiterentwicklung des Netzwerks.
Im Herbst 2026 wird der Abschlussbericht der ersten Phase des Pilotprojekts „Bezirksteam Oberbayern“ vorgelegt. Auf dieser Grundlage soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.
Darüber hinaus blicken die Netzwerkfrauen Bayern auf die anstehenden Kommunalwahlen in Bayern sowie auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen.
Mit Sorge wird dabei beobachtet, dass zentrale Errungenschaften der Frauenbewegung, der Selbsthilfe und der Menschenrechte zunehmend unter Druck geraten.
Umso wichtiger bleibt es, diese Rechte und Werte gemeinsam mit all unseren Partner:innen und Verbündeten zu stärken und zu verteidigen.
Dunja Robin, München, 30. April 2026
Dipl.-Sozialpäd. (FH)
Leiterin des Netzwerkbüros