Wochenrückblick zum 06.10.2023

6. Oktober 2023 / Autor: Dunja Robin

Themen: Austauschtreffen mit dem Stadtbund Münchener Frauenverbände / Biergarten-Treff mit DJing in Nürnberg

Immer freitags berichten die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle hier in aller Kürze, womit sie sich in der vergangenen Woche beschäftigt haben.
Aufgrund der aktuell sehr hohen Arbeitsauslastung können wir diesen gewohnten Rhythmus gerade nicht immer einhalten.
Heute wollen wir aber von ein paar besonderen Highlights der vergangenen Wochen berichten.

Austauschtreffen mit dem Stadtbund Münchener Frauenverbände

Am Dienstag dem 26. September hatte der Stadtbund Münchener Frauenverbände eingeladen zur Veranstaltung „Mädchen und Frauen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen„.
Wir Netzwerkfrauen durften den Abend inhaltlich ausgestalten.
Eine wunderbare Gelegenheit zum Austausch und zum Netzwerken!

Der Stadtbund besteht seit 1914 und bringt aktuell 66 Frauenorganisationen zusammen.
Er arbeitet überparteilich und überkonfessionell und verfolgt dabei folgende Ziele:

  • die Interessen der Frauen zu vertreten
  • den gegenseitigen Austausch unter den Mitgliedsorganisationen zu fördern
  • Initiativen und Projekte gemeinsam umzusetzen
  • den Einfluss auf kommunaler Ebene zu verstärken

Monatliche Treffen der Frauen aus den Mitgliederorganisationen bieten Vorträge und Raum für Diskussionen zu aktuellen Themen.
So werden frauenspezifische Projekte gemeinsam geplant und umgesetzt.
Außerdem gestaltet der Stadtbund aktiv Frauenpolitik, etwa durch die Vertretung und Mitarbeit in folgenden Gremien:

  • dem Runden Tisch aktiv gegen Männergewalt
  • dem Migrationsbeirat
  • der Gleichstellungskommission der Landeshauptstadt München

Wir Netzwerkfrauen haben zunächst unser Netzwerk und seine Ziele und Aufgaben vorgestellt.
Diesen Einstiegsvortrag hat primär Dunja Robin als Leiterin der Geschäftsstelle übernommen.
Und am Ende der Veranstaltung mit ihren Kolleginnen die aktuellen Forderungen unseres Netzwerks erklärt.

Beim Hauptteil in der Mitte haben wir sehr praxisnah aufgezeigt, wie wir konkret „netzwerken“:

Ummahan Gräsle, unsere Fachreferentin für Gewaltprävention, unsere Sprecherin Lieve Leirs, unsere ehemalige Netzwerk-Peerberaterin Susanne Böhm und Dunja Robin erzählten von ihren haupt-und ehrenamtlichen Tätigkeiten, mit denen sie Mädchen* und Frauen* mit Behinderungen auf vielfältige Weise unterstützen.
Dabei arbeiten wir oft ganz natürlich zusammen. Etwa weil wir in den gleichen Gremien und Arbeitskreisen aktiv sind oder uns als Fachfrauen unter einander austauschen und auch Ratsuchende an die passende Stelle vermitteln.

Lieve Leirs berichtet:
„Ich hatte die Möglichkeit, neben meinen Tätigkeiten als Sprecherin der Netzwerkfrauen auch den Facharbeitskreis „Frauen“ des Münchner Behindertenbeirats vorzustellen, den ich ehrenamtlich seit vielen Jahren als erste Vorsitzende leite.
Und meine hauptamtliche Arbeit in der „Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung„, kurz EUTB, vom Club behinderte und ihre Freunde e.V.
Besonders gefiel mir bei dieser Vorstellung:
Wir haben buchstäblich mit einem Wollknäuel ein Netz gespannt – das auch die Frauen im Publikum mit einschloss.
Ich bin gespannt, wie wir alle uns künftig stärken und gegenseitig unterstützen können.
Darauf freue ich mich! Denn ich glaube an den guten alten Leitspruch unseres Netzwerks:
Gemeinsam sind wir stark!“

In einem holzvertäfelten Raum der Seidlvilla sitzen von Links nach rechts im Halbkreis: Die Rollstuhlfahrerinnen Lieve Leirs, Dunja Robin und Susanne Böhm, daneben die doppelt sinnesbehinderte „Fußgängerin“ Ummahan Gräsle auf einem Stuhl. Frau Gräsle hat ein lilafarbenes Wollknäuel auf dem Schoß, das ein Netz zwischen Ihr, den anderen Netzwerkfrauen und dem (auf dem Bild nicht sichtbaren) Publikum aufspannt. Im Hintergrund sieht man eine Powerpoint-Präsentation mit einer Forderung der Netzwerkfrauen nach geeigneten Angeboten der Gewaltprävention und Hilfen nach Gewalterfahrungen.

von Links nach rechts: Lieve Leirs, Dunja Robin; Susanne Böhm, und Ummahan Gräsle spannen ein symbolisches Netz mit Wolle. Foto: Karin Winklhofer

 

Peer-Beratung bietet auch Susanne Böhm an, und zwar über den Beratungsdienst der Pfennigparade.
Sie erzählt:
„Auch ich mache „peer to peer“ Beratung.
Das bedeutet, dass behinderte Menschen ebenso behinderte Menschen auf Augenhöhe beraten.
Dabei ist es in meiner Beratung unwichtig, welche Behinderung im Vordergrund steht.
Bei der Peer Beratung bin ich immer Ansprechpartnerin für alle, die ein Anliegen und eine zusätzliche Behinderung haben.

Hierbei geht es hauptsächlich um Alltagsfragen, wie beispielsweise die Suche nach einer Wohnung, einen Pflegedienst oder andere Assistenzmöglichkeiten.
Zusätzlich bin ich auch da, wenn Leute mit dem Wunsch:
„Mir geht es gerade nicht gut und ich möchte einfach, dass mir mal jemand in Ruhe zuhört, der nachvollziehen kann, was ich meine.“

Sie ist aber auch Frauen-Beauftragte in der Pfennigparade. Hierzu erklärt Frau Böhm:

„Bei meiner Arbeit als Frauenbeauftragte kläre ich beispielweise über Formen der Gewalt auf und leite, wenn es notwendig ist, an die passenden Beratungsstellen weiter.
Zusätzlich zur Einzelberatung biete ich einmal im Monat ein Frauen Café an, bei welchem sich die Frauen untereinander oder mit meiner Kollegin und mir austauschen können.

In diesen Gesprächen kommen oft verborgene Schwierigkeiten ans Licht, die davor als nicht überwindbares Problem der Einzelnen gesehen wurden.
So kommt es dazu, dass man sich über Lösungen gemeinsamer Situationen austauschen kann und sich weniger allein fühlt und dadurch gegenseitig den Rücken stärkt.“

Ummahan Gräsle erzählte von ihren Tätigkeiten als Fachreferentin für Gewaltprävention und dem Offenen Treff für Münchnerinnen* mit Behinderung.
Zum Abend beim Frauenbund sinniert sie:

„Es war mir eine Ehre wie Freude gleichermaßen, Teil dieser wunderbaren Begegnung zu sein.
Mir wurde vom ersten Kennenlernen bei den Vorbereitungen bis zum Abschied am Abend das Gefühl gegeben, sich schon lange zu kennen.
Die Barrierefreiheit für uns Referentinnen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen war keine leichte Herausforderung und musste im Vorfeld gut geplant werden.
Trotz guter Vorbereitung können sich vor Ort unvorhergesehene Barrieren ergeben.
Das ist ganz natürlich.
Auch wir selbst wissen oft nicht genau, was uns vor Ort erwartet, da die Räumlichkeiten nicht in jedem Fall vorher besichtigt werden können.
Dann kommt es auf Flexibilität, Teamwork und Verständnis an, was unseren Gastgeberinnen* vorbildlich gelungen ist.
Es sind genau solche positiven Ereignisse, die mir Mut machen und das Gefühl geben, dass die Arbeit des Netzwerks unerlässlich ist.“

Biergarten-Treff mit DJing in Nürnberg

Letzten Samstag, also am 30. September, hat es nun endlich geklappt mit dem Biergarten-Treff + DJing in Nürnberg!
Am Spätnachmittag strahlte die Sonne und lockte viele in den Z-Bau und den zugehörigen Biergarten.

Karin Winklhofer steht am DJ-Pult auf einer überdachten Bühne vor der mit Graffiti besprühten Ziegelwand des Kulturhauses und wird von blauen Scheinwerfern angestrahlt.

Karin Winklhofer steht für uns am DJ-Mischpult und spielt die Lieblingslieder der Netzwerkfrauen! Foto: Luzian Markl

Den größten Holztisch haben wir gleich beim Aufbauen für unser Netzwerk reserviert.
Und an diesem steckten dann auch fleißige Netzwerkfrauen, primär natürlich aus dem Frankenland, die Köpfe zusammen.
So wurden neue Kontakte und vielleicht sogar Freundschaften geknüpft, gemeinsam Ideen ersonnen und Infos ausgetauscht.

Eine Dame brachte beispielsweise Flyer als Einladung zu einem Piano-Konzert am Freitag, 13. Oktober mit:
Im Gemeindehaus der Philippuskirche in Nürnberg Reichelsdorf spielt Jens Kaiser in entspannter Atmosphäre einen bunten Mix aus Blue moods, Jazz ballads, Chansons und „love songs“.
Zum Beispiel von den Beatles, Robbie Williams, L. Cohen.
Eine behindertengerechte Toilette zusätzlich zum „normalen“ WC sei vorhanden und Rollstuhlfahrer:innen herzlich willkommen!

Genau so stellen wir uns einen gelungenen Biergartentreff vor!
Nur leider wird es ja nun schon wieder recht früh dunkel und damit kalt.
Es war ja auch der letzte Tag der Biergartensaison im Z-Bau…
Und so hat der Biergarten dann doch früher als ursprünglich geplant zu gemacht,
denn frieren mag keiner und somit waren am Ende kaum mehr Gäste da.

Bis auf die wackeren Netzwerkfrauen, die noch etwas vor Ort weiterratschten –
und dann einfach kurzerhand gemeinsam weiterzogen auf der Suche nach einer Location,
an der man den Abend noch gemeinsam ausklingen lassen konnte.

Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei Franziska Scharrer, die die tolle Idee zu dieser Kooperation hatte.
Und beim gesamten Team vom Z-Bau – Haus für Gegenwartskultur, das uns so freundlich und kompetent unterstützt und begleitet hat!
So kam es zu wunderbaren Begegnungen und wir sagen:
In Zukunft gerne mehr davon!

In diesem Sinne wünschen wir allen ein schönes Herbstwochenende!

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