Maskenpflicht in Bayern

11. Mai 2020 / Autor: Marion Stangl

Ab Montag nur noch „mit“

 

Seit mehreren Wochen dreht sich alles um Schutzmasken.

Am Anfang fragten alle: Wie sinnvoll sind Masken?

Die Meinungen waren sehr unterschiedlich. Viele wollen nicht gerne mit Maske herumlaufen.

 

Aber: Experten sind sich sicher, dass die Masken schützen.

Sie schützen uns nicht selbst vor Corona, aber die Menschen um uns herum.

Damit kann die Verbreitung der Krankheit verhindert werden, wenn sich alle gut an die Masken-Pflicht halten.

 

Ab Montag den 27.04.20 gibt es nun eine Masken-Pflicht in Bayern. Sie gilt nur in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Masken mit Sichtfenster

 

Hat die Politik dabei auch an unsere Gehörlosen Mitbürgerinnen und Mitbürger gedacht? Nein, wohl eher nicht.

Dafür hat eine Studentin aus dem US-Bundesstaat Kentucky sich etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Masken mit Sichtfenster!

Hier gibt es mehr Infos dazu: Stern.de

 

Aber auch in Deutschland ist man sich des Problems bewusst. Hier gibt es eine Anleitung, wie man selbst eine Maske mit Sichtfenster nähen kann.

Allerdings haben alle diese Modelle stets das Problem, dass das Sichtfenster durch die Feuchtigkeit im Atem beschlägt.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund hat sich dazu folgendermaßen geäußert:
Mundschutzmasken mit Sichtfeld könnten zwar für Hörbehinderte eine Hilfe sein, für viele gehörlose Menschen würden sie aber nicht viel bringen. „Das ‚Lippenlesen‘, welches eine Maske mit Sichtfenster ermöglichen sollte, spielt für Gehörlose nur eine stark untergeordnete Rolle. ‚Lippenlesen‘ ist sehr anstrengend und führt häufig zu Missverständnissen, denn selbst unter optimalen Bedingungen sind nur etwa 30 % des Gesprochenen bzw. der Laute anhand der Lippenbewegungen des Sprechers visuell wahrnehmbar – 70 % müssen erraten werden!“

Eine gute und sinnvolle Lösung ist Frage und/oder Antwort einfach auf einem Zettel oder dem Handy aufzuschreiben.

Masken kaufen oder selbst nähen

 

Masken sind mittlerweile sehr schwer zu bekommen. Selber nähen kann nicht jede/r. Gerade viele Menschen mit Behinderungen tun sich hier noch schwerer.

Allerdings haben viele Nähgeschäfte und kleine Läden auf die Produktion von Masken umgestellt. Oft kann man dort auch Masken bestellen und muss nicht extra ins Geschäft.

Für München gibt es eine Karte, wo man Masken kaufen kann.

Hier gibt es eine Liste mit einigen Adressen in ganz Bayern, wo man selbst genähte Masken bekommen kann.

Im Notfall reicht es jedoch auch, wenn man Mund und Nase mit einem Tuch oder Schal bedeckt. Ein Schlauchschal ist dafür beispielsweise gut geeignet.

 

Selbst mit Nadel und Faden…

 

Ab in den Keller und Stoffreste suchen, hieß es am Wochenende für Karin. 2 Erwachsene, eine quasi Erwachsene und ein Kind müssen mit Stoffmasken versorgt werden.

Ein kostenloses Schnittmuster mit Anleitung findet sich unter: https://naehfrosch.de/mundschutz-selber-naehen/

Nähzubehör für eine Stoffmaske, Nadeln und Faden, Stoff und Schnittmuster

Die Wahl fällt auf die halbrunde Masken-Form, weil diese für Brillenträger angenehmer zu tragen ist.
Die „normalen“ Erwachsenen-Masken sind von Hand schnell genäht und passen richtig gut!
Dann beginnt das Probieren: Schnittmuster in 80% der Originalgröße ausdrucken und eine weitere Maske nähen.
Ergebnis: Zu klein für die 17jährige, aber der 11jährige Bruder freut sich auch über eine dunkel-lila-farbene Behelfsmaske.
Nummer 4 wird hoffentlich mit 90% der Erwachsenengröße passen.

Fazit:

Mit ein bisschen Geduld und Geschick kann man sich gut selbst eine Behelfsmaske nähen, auch ohne Nähmaschine.

Ich nähe praktisch nur mit der Hand (allerdings nur kleine Sachen) und es funktioniert auch hier gut.

Zeitaufwand pro Maske: insgesamt etwa 2 Stunden.

 

Im nächsten Schritt werde ich ausprobieren, ob man ein Sichtfenster in solch eine Maske einarbeiten kann.

 

…oder einfach mit Papiertaschentuch / Küchentuch / Serviette

 

hier noch eine richtig gute und preiswerte Notlösung: eine selbst gebastelte Einmal-Maske aus Küchenkrepp. (Gezeigt von Johannes Fragner Unterpertinger, Apotheker von Mals)

In den ersten Corona-Tagen haben wir uns solche gebastelt und benutzt und sie funktionieren sehr gut.
Man muss nur darauf achten, dass das Papier-Taschentuch / Küchenkrepp / die Papierserviette groß genug sind und die Gummischnüre lang genug. Sonst zwickt das Ganze.

 

WICHTIG: Masken RICHTIG reinigen

 

Stoffmasken muss man nach dem Tragen gründlich reinigen, damit man sich nicht doch noch mit irgendetwas ansteckt:

  • Im kochenden Wasser 5 Minuten erhitzen
  • bei 60 oder 95 Grad in der Waschmaschine waschen
  • Im Backofen bei 70 Grad für 30 Minuten erhitzen (trockene Hitze)

 

Einmalmasken sind, wie der Name schon sagt, nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt.
Im äußersten Notfall, wenn man wirklich keinen Nachschub bekommt und keine Alternative hat, kann man auch sie im Backofen dekontaminieren. (30 Minuten lang bei 70 Grad.)

 

Finger und Masken weg von der Mikrowelle!

Masken in der Mikrowelle zu sterilisieren ist KEINE GUTE IDEE!

Es ist dabei nicht sicher ob alle Keime und Viren abgetötet werden.

Es kam schon zu Feuerwehreinsätzen, weil durch den Funkenschlag an den Metallbügeln die Masken zu brennen begannen!

 

 

MASKEN RICHTIG BENUTZEN IST NICHT EINFACH

Das Bundesministerium für Gesundheit stellte zum Thema „Richtige Handhabung von Nasen- und Gesichtsmasken“ am 29. April 2020 ein sehr sehr hilfreiches Video ein, das man sich unbedingt ansehen sollte.

 

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Hallo,
zum Thema Masken gibt es sehr viele Diskussionen und sehr viele Fehlinformationen.
Ich bin kein Fachpersonal, und ich bin nicht allwissend, aber ich habe mich durch meine Schwerstkörper-behinderung mit 24/7-Beatmung und dem Ziel meine körperlichen Zustand so gut wie möglich in meinem selbstbestimmten Leben zu erhalten viel viel mit dem Thema Covid-19, Sars etc. auseinandergesetzt, oder auseinandersetzen müssen.

Wie gesagt, ohne Haftung, folgendes von mir:

Einfache Nasen- und Mundschutzmasken schützen nicht, sie verringern das Risiko, wenn zBsp einer hustet, niest, laut spricht .. , zur Übertragung des Erregers durch Tröpfcheninfektion.
Masken „entschleunigen“ eine Tröpfcheninfektion.
ACHTUNG! Masken werden nach ganz kurzem tragen schon leicht „feucht“, womit sie nicht mehr „schützen“, sondern, ganz im Gegenteil, eine höheres Risiko darstellen sich Viren / Bakterien / Keime einzuholen.
= > Mir wurde es so erklärt: Die eigene Atemluft ist immer feucht, damit wird die Maske schon nach ganz kurzer Benutzung leicht feucht.
Ein Feuchtgebiet ist ein idealer Nährboden für Viren / Bakterien / Keime. Sie fühlen sich hier sehr sehr wohl und können sich gut verbreiten, – selbst wenn sie sich nicht verbreiten, beim nächsten Atemzug habt ihr feuchtbiotopisch alles, was ihr eigentlich nicht Einatmen wollt!
Also, bitte Mund- und Nasenschutzmasken so kurz wie möglich und nicht unnötig tragen.
Möglichst mehrere Masken, zum Austausch, mit dabei haben.

Und noch einmal ACHTUNG! Die richtige Handhabung bei abnehmen der Masken, ebenso wie beim ausziehen von Handschuhen ist überhaupt nicht so einfach.
Hinweis. = > Stellt Euch in Eurer Fantasie vor, die Nasen- und Mundschutzmaske und Eure Handschuhe wären außen vollkommen mit noch feuchter blauer Farbe angemalt. Die blaue Farbe steht nun für einen Virus. Überall wo ihr jetzt beim ausziehen hinkommt ist die blaue Farbe und damit eventuell der Virus, – auch wenn er sich nur kurzfristig auf Oberflächen/Kleidung etc. hält. Ihr verteilt ihn bei und um Euch!

Für einen nötigen „Masken-Austausch“ unterwegs würde ich meine kleine Plastiktüte mitnehmen, in die ich sie dann hinein fallen lasse. Zu Hause lasse ich sie dann in meinem Extratopf auskochen, da ich vor Ofen-, Mikrowellen, oder gar Vorschlägen mit Bügel- Anwendungen zu viel Angst hätte, das ich sie dann gegebenenfalls in meiner Wohnung (und in meinem Essen) verteile.

„Selbstgenähte“-Masken sollten aus dünner Baumwolle sein.
Breite Gummibänder für „hinter die Ohren hängen“ verursachen mit der Zeit bei allen Druckstellen etc., also lieber Finger weg.
Nasen- und Schutzmasken verringern eine Versorgung mit Sauerstoff –> sogar körperlich nicht eingeschränkte kräftige Menschen mit keinerlei Einschränkung der Atemwegsfunktion klagen über Kopfschmerzen oder wurden schon ohnmächtig.

Es ist alles nicht so einfach, aber versucht für Euch die richtige Handhabung zu finden, sodass es Euch gut damit geht.

Alles Gute
susie.kempa@netzwerkfrauen-bayern.de

Ein Bankräuber Tüchlein reicht auch! ! Man kriegt besser Luft. Bei mir beschlägt die Brille dann nicht. Mit E Rolli ist es auch z.T. Gefährlich…

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