15.03.2019: Wochenrückblick des Netzwerkbüros

15. März 2019 / Autor: Dunja Robin

Unter der Rubrik „Wochenrückblick“ berichten wir jeden Freitag in aller Kürze von den wichtigsten Themen, mit denen sich die Mitarbeiterinnen des Netzwerkbüros beschäftigt haben.

Weltfrauentag 2019

Wir möchten Frau Rüger, der Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrates (LFR), zustimmen die am Donnerstag während der Hauptversammlung des LFR sinngemäß sagte, dass der Weltfrauentag 2019 ein ganz besonderer war. Weil sehr viel (und positiv) darüber berichtet wurde und weil sich einfach sehr viel getan hat rund um dieses Datum.

Auch wir Netzwerkfrauen-Bayern waren dieses Jahr sehr aktiv mit dabei:

Letzten Freitag hat unsere Sprecherin Patricia Koller am Marienplatz eine Rede für uns gehalten. Im Rahmen der Demo zum „Frauenkampftag“.
Hier ihre Rede:

„Hallo, mein Name ist Patricia Koller und ich bin Sprecherin der Netzwerkfrauen Bayern.

Deutschland hat die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Das ist ein völkerrechtlich bindender Vertrag, auf dessen Umsetzung wir bisher vergeblich warten.

Wir fordern, dass wir Frauen und Mädchen mit Behinderungen vor Gewalt geschützt werden. Wir brauchen leicht zugängliche, gute Hilfsangebote. – Spätestens seit der Bielefelder Studie wissen wir: Wir sind in besonders hohem Maße Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch!

Wir fordern, dass Menschen mit Behinderungen wirklich gleichberechtigt und SELBSTBESTIMMT leben können, dass wir Wohnort, Wohnform und unsere Alltagshelfer frei wählen können. 
Niemand darf in ein Heim gezwungen werden und soll Menschen, denen man nicht vertraut, in die intimsten Bereiche Zugriff gewähren müssen.

Wir fordern, dass wir Frauen mit Behinderungen selbst über die Form der Verhütung unserer Wahl, über Partnerschaft und Familienplanung entscheiden können. Dafür brauchen wir gute Aufklärung, Unterstützungsangebote sowie passende Hilfen im Alltag!

Wir fordern, daß die Behörden sich an deutsche Gesetze halten, ihrer Informations- und Beratungspflicht nachkommen und Datenschutzbestimmungen achten. 
Sachbearbeiterwechsel müssen endlich ermöglicht werden, da es vor allem für Traumatisierte und psychisch Kranke wichtig ist, sich gegen übergriffiges Verhalten abgrenzen zu können. 
Wir brauchen juristische Hilfe bei dem unübersichtlichen Paragraphendschungel, damit wir unsere Rechte erfahren und auch erhalten. 
Wir fordern deshalb, dass endlich deutschlandweit einheitliche Regeln geschaffen werden und nicht weiter jedes Bundesland und jede Behörde macht, was sie gerade lustig ist. 
Wir brauchen dringend ein funktionierendes, unabhängiges Beschwerdesystem für Schwerbehinderte und psychisch Kranke. 
In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmals daran erinnern, wie wichtig es ist, sämtliche Entwicklungen in die entgegengesetzte Richtung zu stoppen. Den Protest-Tsunami aus der Bevölkerung zu dem unfassbaren PsychischKrankenHilfeGesetz gab es mit Recht, denn wir wissen, daß man uns vor nicht allzu langer Zeit – während der dunkelsten Geschichte Deutschlands – aussortiert und ermordet hat.

Niemand darf aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden!

Und wir fordern mehr Unterstützung für pflegende Angehörige, bessere Bezahlung für Pflegekräfte und bessere Arbeitsbedingungen, damit sie professionell helfen können und sich nicht durch eine Flucht aus dem Beruf vor einem Zusammenbruch retten müssen.

Wir wollen eine soziale und INKLUSIVE Gesellschaft!“

Auch Sprecherin Lieve Leirs war hier aktiv in unserem Sinne unterwegs, im Rahmen der Kampagne „Wer braucht Feminismus?„.

Bild könnte enthalten: 6 Personen, Personen, die lachen, Personen, die sitzen

Am Samstag nahmen Lieve Leirs, Patricia Koller und Dunja Robin dann auch Teil am großen feministischen Festival in der Muffathalle:
#SieInspiriertMich

An den InspiStationen und bei den vielen guten Vorträgen auf den Bühnen konnte tatsächlich viel Inspiration getankt werden – und danach bei der Fete so richtig gefeiert.

Hier etwa zeigen Dunja Robin und ihre Assistentin (und Mutter) Johanna bei der InspiStation der Künstlerinnen Janine Mackenroth und Bianca Kennedy,
dass auch wir Frauen mit Behinderungen „Hunger auf 50%„, also auf eine faire Teilhabe an der Gesellschaft haben.

Lesung aus dem Buch „Teacher – meine Lehrerin Anne Sullivan Macy“

Am Montag kam dann der für uns große Tag:
Unsere eigene Veranstaltung zum Weltfrauentag.
Die Lesung im Pelkovenschlössl aus dem Buch von Helen Keller.

Eine Abweichung vom geplanten Programm gab es dabei leider:

Luisa Wöllisch, die wir ja auch in unserem Flyer angekündigt hatten, konnte leider, aus gesundheitlichen Gründen, nicht dabei sein.
Wir hoffen, dass sie sich nun gut erholen konnte und danken ihr und der Freien Bühne München e. V. auch hier noch einmal für die gemeinsame Vorbereitung.

Wir denken aber, dass wir trotzdem behaupten dürfen:

Es war ein sehr gelungener Abend!

Hier sieht man, von links nach rechts, Alexandra Bauer, Dunja Robin und Patricia Koller, die die Passagen aus dem Buch vorgelesen haben.


Die Überleitungen zwischen den einzelnen Szenen wurden vorgetragen von, von links nach rechts, Ummahan Gräsle, Marion Stangl und Esther Junghanns.

Ein besonderes Highlight war, aus unserer Sicht, das anschließende Interview mit Diana Fleischer.
Eine Frau mit einer ähnlichen Doppelbehinderung wie Helen Keller:
Frau Fleischer ist gehörlos und sieht kaum etwas.

Beim Interview halfen daher die Gebärdensprachdolmetscherinnen.

Das Interview, sowie auch die Lesung, wollen wir zeitnah hier auf unserer Homepage in Bild und Ton als Audioslideshow zur Verfügung stellen.

Mit Nina Ruge aktiv und unterwegs

Am Mittwochabend waren Esther Junghanns und Patricia Koller mit unserer Schirmfrau Nina Ruge bei der Weltpremiere der Komödie „Die Goldfische“.

World premiere of 'The Goldfish' : Nachrichtenfoto
Bild, von links nach rechts: Sprecherin Patricia Koller, Büromitarbeiterin Esther Junghanns und Schirmfrau Nina Ruge.
Bildlizenz by gettyimages.

Wir danken Nina Ruge herzlichst dafür, dass sie diesen Abend spontan und unkompliziert möglich gemacht  und uns dabei begleitet hat.
Und für noch eine andere Sache, über die wir uns diese Woche mit ihr ausgetauscht haben.
Dazu aber an späterer Stelle mehr – ein wenig Spannung muss sein 😉

Vollversammlung des Bayerischen Landesfrauenrates und Verleihung des Anita Augspurg Preises

Am Donnerstag traf sich der Bayerische Landesfrauenrat zur 3. Vollversammlung in der 15. Wahlperiode.

Diesmal gab es dabei Vortrag sehr informativen (und unterhaltsamen) Vortrag von Schauspielpädagogin und Kommunikationsberaterin Gisela Maria Schmitz.
Der Titel: „Women Empowerment – für ein neues weibliches und machtvolles Auftreten“

Es war spannend, mehr über kongruente und inkongruente Kommunikation zu erfahren und dabei auf eigene nonverbale Kommunikationsmuster aufmerksam gemacht zu werden.

Im Anschluß waren die Delegierten noch eingeladen von der Frauenbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Sozialministerin Kerstin Schreyer zu einer Veranstaltung im Rahmen des Weltfrauentags:
„Die selbstbewusste Frau! Ich hol‘ mir die Sterne selbst vom Himmel!“
Diesen letzten Termin konnte Dunja Robin leider nicht mehr mit wahrnehmen.

Patricia Koller, Lieve Leirs und auch die ehemalige Sprecherin und noch immer sehr aktive Netzwerkfrau Beri Becker besuchten außerdem die diesjährige Verleihung des Anita Augspurg Preises 2018.

Wir gratulieren den Preisträgerinnen vom Projekt „amanda“!

Dies waren nun aber „nur“ die absoluten Glanzpunkte der Woche. Daneben wurde noch viel geplant und ausgeheckt, besprochen und organisiert.
Wir hoffen, auch unsere Leser*innen hatten eine aktive, inspirierende und kreative Woche und wünschen nun ein schönes und erholsames Wochenende.

Bis nächste Woche dann!

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