Jahresrückblick 2018 des Netzwerkbüros

31. Dezember 2018 / Autor: Dunja Robin

Aufstellkalender von 2018 mit Rose

Wir blicken auf ein sehr ereignisreiches Jahr zurück.

Hier wollen wir einblick Gewähren auch in Dinge, die „so nebenbei“ liefen…
Und natürlich die „Highlights“ hervorheben, über die wir uns besonders freuen!
Eine ausführlichere Übersicht findet sich in unserem Tätigkeitsbericht 2018.

Ein ganzes Jahr Umzug

Bereits Anfang des Jahres waren die ersten Umbauarbeiten in den Räumen der LAG SELBSTHILFE BAYERN e. V., unseres Trägervereins, zugange:
Durch eine Aufstockung der Planstellen wurden 2 neue Büroräume geschaffen und dadurch räumlich an sich viel umstrukturiert.
So ist beispielsweise die Küchenniesche umgezogen und es gibt eine neue Mitarbeitertoilette.
Eines der neuen Büros ist für unsere neue Referentin für Gewaltprävention, Ummahan Gräsle.

Dadurch hat nun jede von uns wieder „etwas mehr Platz für ihren Schreibtisch“.
Und jede konnte sich bei Bedarf ihren Arbeitsplatz neu einrichten.
Auch in Sachen „Bürohard- und -software“ haben wir uns etwas erneuert:
Ein neuer Multifunktionsdrucker, eine neue Telefonanlage mit neuer Software und teils neue Rechner sollen uns 2019 die Arbeit erleichtern.

Für uns hieß das aber natürlich dieses Jahr viel Umstellung, viel Neues und viel Umzugschaos.
Denn all diese Maßnahmen zogen sich insgesamt über das ganze Jahr hin.
Wir hoffen daher auf Verständnis, wenn hier immer mal wieder einiges liegen blieb.

Besonders praktisch für uns ist auch die nun versetzte Glastüre in unserem Eingangsbereich.
Für Besucher ist es vielleicht etwas verwirrend, da es fast so aussieht, als wäre unser Büro einfach „weg“.
Nein, nein, wir sind noch da!
Jetzt nur hinter der Türe, nicht mehr davor.

Aber so sind wir jetzt nicht mehr räumlich von unseren KollegInnen in der LAG SELBSTHILFE getrennt.
Es gibt keine „gläserne Mauer“ mehr zwischen uns.
Gerade auch für die Rollstuhlfahrerinnen unter uns macht das die Zusammenarbeit viel einfacher und barrierefreier.

Die letzten Baumaßnahmen – nämlich ein Stückchen Fußboden, das noch verlegt werden muss – sollen Anfang 2019 abgeschlossen werden.
Und auch die letzten Telefonnummern (von Esther Junghanns und Ummahan Gräsle) müssen noch richtig zugeordnet werden.
Danach kehrt dann, baulich und technisch gesehen, hoffentlich wieder etwas mehr Ruhe ein, so dass wir uns wieder voll und ganz auf die eigentliche Arbeit konzentrieren können.

In neuen Büros und mit neuer Ausstattung!

Neue Aufgaben für die Mitarbeiterinnen

Wie bereits angedeutet hat sich Ummahan Gräsle, unsere ehemalige Projektmitarbeiterin, eingearbeitet in die neu geschaffene Stelle der

Referentin für Gewaltprävention

Dabei hat sie einige ihrer alten Aufgaben aus dem Projekt „Frauen-Beauftragte in Einrichtungen der Behinderten-Hilfe in Bayern“ in diesem Jahr noch fortgeführt und weiterentwickelt.
So wird aktuell etwa unsere Internetseite www.frauen-beauftragte-bayern.de komplett überarbeitet.
Und natürlich wurden die von uns geschulten Frauenbeauftragten, Unterstützerinnen und Trainerinnen weiter begleitet.
Im November etwa trafen sie sich in Nürnberg zu einem von Frau Gräsle organisierten Vernetzungstreffen.

Daneben hat Frau Gräsle aber ihre neuen Aufgabenbereiche geplant, erschlossen und aufgebaut.
Das heißt: Sie hat sich informiert und sich vielen Personen, Gremien und Institutionen vorgestellt.
Sie hat an diversen Veranstaltungen und Arbeitsgruppen teilgenommen.
Denn nur durch dieses „Netzwerken“ kann Sie herausfinden, was wo gebraucht wird und wo sie wie sinnvoll andocken kann.

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Auch Karin Winklhofer, seit Oktober 2017 unsere neue Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle, hat sich nun in ihren neuen Arbeitsplatz gut eingefunden und eingearbeitet.

Neben dem Ausbau der Homepage und unserer Kommunikationswege hat sie etwa das Frühjahrs- und Herbstplenum, die Sprecherinnenwahl und diverse Veranstaltungen mit organisiert, vorbereitet und durchgeführt.
Sie hat Rundbriefe verfasst und das Netzwerk bei Veranstaltungen Dritter vertreten.

Außerdem war sie auch bereits dieses Jahr schon viel damit beschäftigt, Veranstaltungen  und Projekte für das kommende Jahr vorzubereiten und zu erarbeiten.
Auch für unseren Adventskalender war Karin Winklhofer die Ansprechpartnerin unserer Praktikantin Helen Groß und diejenige, die die Artikel eingepflegt hat.

Mitarbeiterin in der Öffentlichkeitsarbeit

Karin Winklhofer arbeitet sehr eng zusammen mit Marion Stangl, deren Aufgabengebiet nun als „Mitarbeiterin in der Öffentlichkeitsarbeit“ definiert wurde.
Als solche kümmert Marion Stangl sich weiterhin um unsere Webauftritte, wobei sich ihr Aufgabenfeld hier durchaus erweitert hat.
Daneben fallen aber noch um viele andere Aufgaben in ihren Tätigkeitsbereich.
Zum Beispiel die Pflege unseres Adressverteilers.
Und natürlich engagiert sie sich auch weiterhin vielschichtig.
Zum Beispiel bei den Münchener Stadtteilchecks von „Auf Herz und Rampen prüfen des Kreisjugendrings.

Leiterin der Geschäftsstelle

Dunja Robin, seit 2017 die Leiterin unserer Geschäftsstelle, hat sich ebenfalls etwas Neuland erschlossen:

So hat sie etwa dieses Jahr als Mitglied des Hauptausschusses des Bayerischen Landesfrauenrates mitgewirkt.

Ein weiteres, neues Gremium, das wir Netzwerkfrauen nun mit besetzen dürfen, ist die Münchner Stadtratskommission für die Gleichstellung von Frauen.
Hier bringen Dunja Robin und Lieve Leirs als Entsandte des Münchner Behindertenbeirats die Perspektiven von Mädchen und Frauen mit Behinderungen ein.

Freie Trainerin für Frauen-Beauftragte

Auch für unsere Peer-BeraterinEsther Junghanns war es ein Jahr voller neuer Erfahrungen.

Vor allem, da sie, als freie Trainerin, zum ersten Mal eine eigene Schulung für Frauen-Beauftragte und deren Unterstützerinnen angeboten hat.
Hier gab es viel zu organisieren, zu planen und vorzubereiten – und das schon lange bevor der Kurs überhaupt starten konnte!
Jedoch ist sie mit ihren Schülerinnen sehr glücklich und diese neue Aufgabe bereitet ihr viel Freude.

Dieser Schulungskurs ist kein Angebot der Netzwerkfrauen-Bayern, sondern von Esther Junghanns.
Für die Schulungen wird sie aber natürlich von uns von ihren eigentlichen Aufgaben freigestellt und, wie alle unsere ehemaligen Schülerinnen, mit Rat und Tat unterstützt.

Neuer Sprecherinnenrat

Die gesamte erste Jahreshälfte über haben wir uns vor allem mit einem großen Thema beschäftigt:
Der Neuwahl des Sprecherinnenrates.

Seit August 2018 ist dieser nun aktiv.
Und es freut uns sehr, dass auch bei uns Netzwerkfrauen die Besetzung diverser wird:
Zum ersten Mal sind nicht alle Sprecherinnen Rollstuhlfahrerinnen!
(Ähnlich sieht es auch im Büro aus: Dank Frau Gräsle haben wir nun eine Frau mit doppelter Sinnesbehinderung in unseren Reihen.
Und Frau Winkelhofer ist chronische Schmerzpatientin.)

Patricia Koller und Ute Kurth sind quasi beide „Botschafterinnen“ für Behinderungen, die nicht gleich auf den ersten Blick ins Auge stechen.
Während Frau Koller vor allem ihr Vernetzungsgeschick in Sachen Selbsthilfe und Persönliches Budget ins Netzwerk einbringt haben wir mit Frau Kurth nun eine
Frauen-Beauftragte der 1. Stunde“ mit in unserem Sprecherinnenteam.
Und damit eine Sprecherin mit viel Erfahrung über das Leben in Einrichtungen und die Bedürfnisse von Frauen mit kognitiven Einschränkungen.

Dank Lieve Leirs, Susie Kempa und Kerstin Klingelhöffer haben wir aber auch noch einige „erfahrene alte Häsinnen“ mit im Boot, die bereits viele Erfahrungen als langjährig aktive  Netzwerkfrauen gesammelt haben.
Und die immer noch mit großer Leidenschaft und Tatendrang ans Werk gehen!

Eine schöne Entwicklung:
Positionspapier wird zur Broschüre

Seit weit über einem Jahr arbeitet nun der Arbeitskreis „Mädchen mit Behinderungen“ des Münchner Fachforums für Mädchenarbeit an einem Positionpapier.
Dieses zeigt auf, wo, durch wen und wie Mädchen mit Behinderungen gefährdet sind, Opfer von Gewalt und Diskriminierung zu werden.
Und was dagegen getan werden kann – und aus unserer Sicht getan werden MUSS!

Es soll aber auch den Mädchen selbst ihre Rechte aufzeigen und sie in ihrer Selbstbestimmung stärken.
Daher war von Anfang an klar:
Dieses Papier muss es auch in Leichter Sprache geben!
Das hat zwar ziemlich viel Arbeit gemacht.
Aber alle Mitwirkenden sind sich einig:
Es hat sich mehr als gelohnt!

Es freut uns nun sehr, dass das gesamte Papier, „zweisprachig“, bebildert und in Farbe, nun von der Münchner Stadtbücherei als Broschüre gedruckt werden kann!
So konnten wir es auch noch um einige wichtige Dinge ergänzen.
Zum Beispiel findet sich darin nun eine Liste mit wichtigen Anlaufstellen.
Für den Notfall, wenn etwas passiert ist.
Aber auch für alle, die sich noch mehr über das Thema informieren wollen.

Wir freuen uns darauf, diese Broschüre im neuen Jahr zu verteilen und weiter an dem Thema zu arbeiten!

Endlich: Gynäkologische Spezialsprechstunde in München in Aussicht!

Lange, lange haben sich die Netzwerkfrauen-Bayern jetzt eingesetzt dafür, dass auch in der Landeshauptstadt eine gynäkologische Versorgung für möglichst ALLE Frauen möglich ist.
Nun, nach über 10 Jahren, gibt es einen echten Erfolg zu feiern!

Natürlich ist das aber nicht alleine unser Verdienst:

Bereits in ihrem 1. Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hat die Landeshauptstadt die Landeshauptstadt sich 2013 vorgenommen, „gynäkologische Versorgungsstrukturen für Mobilitätsbehinderte Frauen“ zu schaffen.
Ab hier hat sich also das Koordinierungsbüro für die Umsetzungs der UN-BRK für dieses Thema stark gemacht.
Genauso die Münchner Gleichstellungsstelle für Frauen sowie der Münchener Behindertenbeirat und hier insbesondere der Facharbeitskreis „Frauen“.
Auch die 3. Bürgermeisterin Münchens, Christine Strobl, hat dieses Vorhaben explizit unterstützt.

Unter Federführung des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) wurde somit eine Arbeitsgruppe installiert, die sinnvolle und zielführende Maßnahmen erarbeiten sollte.

Neben den oben genannten Parteien saßen hier nun auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und der Berufsverband der Frauenärzte e. V. regelmäßig mit am Tisch.
Dabei kristallisierte sich in intensiven Besprechungen heraus:

Gewünscht ist eine gynäkologische Spezialsprechstunde in der Münchenklinik Schwabing nach dem Bremer Modell.
Das heißt:
Verschiedene Frauenärzte sollen hier, als Zusatz zu ihrem regulären Angebot, eine Sprechstunde für Frauen mit Mobilitätsbehinderung anbieten.

Wir Netzwerkfrauen haben uns natürlich auch immer dafür eingesetzt, dass auch Frauen mit anderen Formen von Behinderungen (oder mit Mehrfachbehinderungen!) nicht vergessen werden dürfen.

Im Oktober 2018 war es dann so weit:
Der Gesundheitsausschuss legte eine Beschlussvorlage vor, die in einer gemeinsamen Sitzung des Gesundheits- und des Umweltsausschusses einstimmige Zustimmung fand!
Die Spezialsprechstunde soll somit voraussichtlich Mitte 2019 in der Münchenklinik Schwabing eröffnet werden!
Zudem stellten die Grünen/Rosa Liste einen Änderungsantrag, den wir sehr begrüßen:
Im Laufe des Jahres 2019 soll vom RGU außerdem ein Konzept für eine bedarfsgerechte Versorgung auch für Frauen mit anderen Behinderungen, zum Beispiel Sinnesbehinderungen, kognitiven Behinderungen oder psychischen Behinderungen, erarbeitet werden.

Die Sitzungsvorlage kann hier nachgelesen werden.

Wir Netzwerkfrauen werden diesen Prozess natürlich sehr gerne weiter begleiten!

Beste Wünsche für 2019

Damit, so denken wir, wurde dieses Jahr gemeinsam vieles erreicht.
Aber auch im Jahr 2019 wird es viel zu tun geben.
Wir freuen uns darauf.

Gemeinsam sind wir stark!

Wir wünschen allen Leser*innen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2019.